"Niederösterreichische Titanic noch auf Kollisionskurs"

Erstellt am 23. September 2022 | 17:09
Lesezeit: 3 Min
Anlässlich des weltweiten Klimastreiks versammelte Fridays For Future heute zum dritten Mal Menschen aus ganz Niederösterreich in St. Pölten. Dabei fordern sie die niederösterreichische Landespolitik auf, aus Öl und Gas auszusteigen und einen "Wind-Solar-Turbo" zu starten.
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Scientists for Future, Parents for Future, diverse Interessensvertretungen und viele besorgte Jugendliche  - eine bunte Gruppe zog zum weltweiten Klimastreik durch die niederösterreichische Landeshauptstadt. 600 Personen waren diesmal dabei, schätzte das Organisationsteam von Fridays for Future.

Diesmal stand die Demonstration ganz im Zeichen der herannahenden Landtagswahl. Die Klimastrategie des Landes kritisierten die Aktivistinnen und Aktivisten dabei heftig. "Niederösterreich hat die größten noch ungenutzten Potentiale für Wind- und Sonnenenergie. Warum nutzt die Landesregierung sie nicht? Derzeit ist die niederösterreichische Titanic noch voll auf Kollisionskurs", so Max Nutz von Fridays for Future Krems.

Gruppen wollen Wahlprogramme prüfen

Die nächste Landesregierung würde die letzte sein, die den Klimakurs in Niederösterreich noch in Richtung 1,5-Grad-Pfad korrigieren kann, warnten Fridays for Future Niederösterreich. „Gerade deshalb ist es jetzt unheimlich wichtig, Druck auf die Landesregierung auszuüben, denn in den kommenden Wochen werden die Wahlprogramme geschrieben,” betont Marlies Mühlbauer von Fridays for Future St. Pölten. 

Fridays for Future wird diese gemeinsam mit den Scientists for Future auf ihre Wirksamkeit prüfen. Mühlbauer fügt hinzu: „Jeder Tag zählt. Niederösterreich muss jetzt endlich den Wind-Solar-Turbo starten.“ Bleibt der Energieverbrauch des größten Bundeslandes gleich hoch, müsste Niederösterreich laut einer Studie der Österreichischen Energieagentur für die Klimaneutralität 2040 seinen Erneuerbaren-Energie-Anteil auf 109 Prozent steigern und damit mehr als verdreifachen. Zudem heizen derzeit nach wie vor knapp 40 % der niederösterreichischen Haushalte fossil, meinte die Aktivistengruppe.