Das Heilige Land als Vorbild. Im Bereich Wissenschaft und Start-ups will NÖ von Israel lernen und bald auch umsetzen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 26. September 2017 (03:00)
Filzwieser, Fahrnberger

2018 will das Land Niederösterreich mit der Planung und Umsetzung für ein „Haus der Digitalisierung“ beginnen. Dort soll ein Zentrum für Wissenschaft und Forschung entstehen – auch um bereits Kinder und Jugendliche für die Materie zu begeistern. Darüber hinaus sind Beratungen sowie eine Plattform für Start-ups geplant. Einen genauen Standort bzw. einen konkreten Zeitplan für die Eröffnung dieses Hauses gibt es noch nicht. Dafür aber viele Ideen.

Wesentliche Inputs dazu hat sich eine Delegation rund um Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (beide ÖVP) in der Vorwoche bei einem Besuch in Israel geholt.

NLK/Filzwieser
Inputs von der boomenden Start-up-Szene in Israel zu bekommen, stand für die Delegation rund um Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav im Mittelpunkt. Hier wurde das Unternehmen „dapulse“ in Tel Aviv besucht. 

Mit einer Fläche vergleichbar mit Niederösterreich, aber mit acht Millionen fast so vielen Einwohnern wie ganz Österreich, hat es Israel geschafft, sich mit der höchsten Dichte an Start-ups weltweit zu positionieren. 6.000 dieser jungen und modernen, schnell wachsenden Unternehmensarten haben sich im Heiligen Land etabliert. Für das kleine Land ohne nennenswerte Ressourcen und mit großen Wüstenflächen die Chance, sich weltweit zu etablieren.

Was den israelischen Start-ups fehlt, ist ein entsprechender Markt. Daher werden die Beziehungen zu Nordamerika genützt, um die Firmen in Übersee zu etablieren. Was auch gelungen ist. Bei der Technologie-Börse Nasdaq liegt Israel auf Platz drei jener Staaten, deren Unternehmen dort gehandelt werden.

IST als kleine Schwester des Weizmann-Instituts

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Ausbildung. Da baut Israel auf das 1934 nahe Tel Aviv gegründete Weizmann-Institut. In dem weltweit führenden multidisziplinären Forschungsinstitut studieren und arbeiten rund 3.000 Wissenschaftler und Forscher in den Bereichen Biologie, Biochemie, Chemie, Physik, Mathematik und Computerwissenschaften. 1954 wurde dort zum Beispiel einer der weltweit ersten Computer entwickelt und gebaut.

Unter den 1.000 Studenten am Institut sind auch sechs Österreicher. Einer ist Jonathan Bayerl (28) aus Groß Gerungs im Bezirk Zwettl, der in der Stammzellenforschung tätig ist.

Filzwieser, Fahrnberger
Einer der weltweit ersten Computer aus dem Jahr 1954, damals noch in Menschengröße.
 

Seit Jahren arbeitet das Weizmann-Institut auch sehr eng mit dem IST Austria in Klosterneuburg zusammen. Haim Harari, Vorsitzender des ISTA-Exekutivkomitees und 13 Jahre lang Präsident des Weizmann-Instituts, lobte die IST Austria als kleine Schwester des Weizmann-Instituts. Wie Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte, soll diese Zusammenarbeit noch ausgebaut werden.

Ebenfalls ein Ergebnis der Reise wird sein, dass das „Haus der Digitalisierung“ auch „Satelliten“ in den Regionen bekommen soll. „Auch die Achse von Wissenschaft und Ausbildung mit unseren vier Technopolstandorten in Wieselburg, Krems, Tulln und Wr. Neustadt werden wir weiterentwickeln“, ergänzt Landesrätin Petra Bohuslav.