Krank trotz Urlaub. Endlich Urlaub, endlich schwimmen, endlich den Garten genießen … doch dann Halsweh, Fieber, krank!

Von Christine Haiderer. Erstellt am 15. August 2017 (02:42)
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Auch im Urlaub kann man krank werden.

Wie es im Urlaub mit Krankenstand aussieht? „Im Urlaub kann man arbeitsunfähig gemeldet werden, wenn die Erkrankung länger als drei Kalendertage dauert“, so Gerhard Hutter, Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse. „Weiters muss die ärztliche Krankmeldung umgehend – also am Urlaubsort – erfolgen. Sie kann nicht als Ferndiagnose oder nachträglich zu Hause gemacht werden. Dritte Voraussetzung ist, dass der Dienstgeber unverzüglich über den Krankenstand informiert wird.“

In EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen und der Schweiz gilt die Europäische Krankenversicherungskarte, zu finden auf der Rückseite der e-card. Auch in Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien gilt sie. Vorm Arzt muss man sie aber dem zuständigen Krankenversicherungsträger vorlegen, um einen ortsüblichen Krankenschein zu erhalten. In der Türkei wird ein Urlaubskrankenschein gegen einen ortsüblichen Krankenschein eingetauscht.

Üblicherweise übrigens verständigen ausländische Krankenversicherungsträger die jeweilige Krankenkasse über den Krankenstand.

In Staaten, mit denen kein zwischenstaatliches Abkommen besteht (Tunesien, Ägypten, USA …) oder wenn E-Card bzw. Krankenschein nicht anerkannt werden, kann der Arzt eine Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Diese sollte Namen, Geburtsdatum, Beginn und Ende des Krankenstandes sowie die Diagnose umfassen. Zurück in Österreich wird die Bestätigung (per Post, Fax oder persönlich) NÖGKK & Co. vorgelegt. Der ärztliche Dienst der Kasse entscheidet dann, ob der Krankenstand anerkannt wird. Die Bestimmungen gelten übrigens nur für Akutfälle. Und: Will man nur für eine Behandlung ins Ausland, sollte das mit der Krankenversicherung vorher geklärt werden. Und noch ein Tipp der NÖGKK: Da nicht alle Behandlungskosten bezahlt werden, lohnt es sich, eine private Reisekrankenversicherung abzuschließen, wie sie Autofahrerclubs, Alpinvereine und Kreditkartenfirmen anbieten.