Notfallpläne für gefährliche Viren in NÖ. Der erste Verdachtsfall des neuen Coronavirus in Österreich hat sich nicht betätigt.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 28. Januar 2020 (02:27)
Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner
NÖN

Bis Sonntag zählte China bereits 56 Todesfälle durch den neuen Coronavirus. Metropolen wie Wuhan – übrigens eine Partnerstadt St. Pöltens – wurden abgeriegelt. An Flughäfen wurden Fieberkontrollen eingeführt. Am Wochenende gab es in Österreich die ersten Verdachtsfälle. Der Erste bestätigte sich nicht.

Dennoch wolle man auf alle Fälle vorbereitet sein, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Wir haben es immer wieder mit Epidemien und Pandemien zu tun“, so Bernhard Jany von der NÖ Landeskliniken-Holding. Man sei aber gut vorbereitet. „Wir haben Pläne, nach denen wir vorgehen“, erläutert Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner. Entwickelt wurden diese etwa nach der Ebola-Bedrohung.

"Die Symptome scheinen ähnlich der Grippe zu sein"

Meldet beispielsweise ein Pilot, dass möglicherweise ein Erkrankter an Bord ist, wird dieser unter die Lupe genommen und das Risiko eingeschätzt. Hat er Symptome, wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden? Kommt er aus China? Auch die anderen Passagiere werden überprüft. Wo der Patient hingebracht wird, hängt von der Krankheit ab. So braucht man etwa bei Ebola besondere Quarantäne-Maßnahmen.

Und der Coronavirus? „Wir wissen noch zu wenig“, so Lechner. Momentan scheint die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus laut Sozialministerium deutlich niedriger als bei MERS und SARS zu sein. Die Symptome scheinen ähnlich der Grippe zu sein. Die Wahrscheinlichkeit einer raschen Verbreitung innerhalb der EU wird aber als gering eingestuft, das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch scheint deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe. Ähnlich wie bei der saisonalen Grippe sind vor allem ältere und immungeschwächte Menschen betroffen.