Land baut Betreuung für Kleinstkinder aus. Mithilfe von EU-Mitteln soll Betreuungsangebot für Null- bis 2,5-Jährige in strukturschwachen Regionen verbessert werden.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 19. September 2017 (01:24)
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Bei der Betreuung von Kleinstkindern gibt es in Niederösterreich noch „Luft nach oben“.

Während Niederösterreich bei der Betreuung von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren Kindern mit einer Quote von 98 Prozent an der Spitze liegt, gibt es bei der Betreuung der Null- bis 2,5-Jährigen „noch Luft nach oben“, wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in der Vorwoche betonte. Das sei aber wichtig, damit sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. Deshalb will das Land NÖ nun vor allem im ländlichen Raum diese Lücken schließen.

Dafür werden nun EU-Mittel aus dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) verwendet, wie Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) betont. Insgesamt 30,5 Millionen Euro sollen aus dem Fördertopf für die Kleinstkindbetreuung geholt werden. Das Land NÖ verdoppelte den Betrag. Mit den insgesamt 61 Millionen Euro soll das Angebot der Kleinstkindbetreuung in den strukturschwachen Gebieten verdichtet werden.

Erfreut darüber zeigte sich auch die SPÖ, die vor Monaten noch kritisiert hatte, dass die ELER-Mittel noch nicht abgerufen wurden. Das Land NÖ braucht dringend diesen Schub bei der Kleinstkindbetreuung“, so der Landespartei-Vorsitzende der SPÖ, Franz Schnabl. Ausständig ist allerdings noch die Verlängerung der mit Jahresende auslaufenden 15a-Vereinbarung mit dem Bund für die gemeinsame Kindergartenfinanzierung. Damit werden die Gemeinden beim Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen finanziell unterstützt. Landeshauptfrau Mikl-Leitner rechnet allerdings in den nächsten Wochen mit einer Verlängerung bis zumindest Ende 2018. Im Juni hat sich der NÖ Landtag einstimmig für eine Verlängerung der Vereinbarung ausgesprochen.