Landes-Politiker fordern Booster-Erinnerungen vom Bund

Die Impfzertifikate von 170.000 Niederösterreichern verlieren am 1. Februar ihre Gültigkeit. Nur mit einer Drittimpfung gelten sie weiter als Eintrittskarte am Arbeitsplatz, für Restaurants und Co. Dass der Bund keine Erinnerungen an das Boostern versendet, kritisieren Stephan Pernkopf (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Erstellt am 13. Januar 2022 | 15:39
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Impfung Corona-Impfung Symbolbild
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Foto: APA/dpa

In Niederösterreich sind zurzeit 80 Prozent der impfbaren Bevölkerung doppelt geimpft. Betrachtet man die Gesamtbevölkerung, sind es 74 Prozent. Eine dritte Dosis haben hierzulande bisher rund 806.000 Menschen bekommen. Bei 170.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern wird die in den nächsten Wochen fällig - auch damit der Grüne Pass als Eintrittsticket nicht seine Gültigkeit verliert.

Grund dafür ist eine geänderte Regelung ab Februar. Der Grüne Pass ist dann nur noch sechs Monate nach dem Zweitstich gültig. Landes-Vize Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) fordern deshalb das Verschicken von Briefen, in denen jene 170.000 Menschen zum Boostern aufgerufen werden.

Weil es die bisher nicht gibt, üben die Landespolitiker Kritik am Bund. Pernkopf spricht von einem "unzufriedenstellenden Gespräch" mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Für ihn ist es "unverständlich", dass eine schriftliche Erinnerung aus Datenschutzgründen nicht möglich sein soll. "Es ist die Verpflichtung des Bundes, über die Notwendigkeit der Auffrischungsimpfung zu informieren", betont auch Königsberger-Ludwig.

Betroffen vom verkürzten Grünen Pass seien zu Beginn der Semesterferien vor allem auch Unter-18-Jährige, erklärte Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka. Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt den Booster bei Zwölf- bis 17-Jährigen ab dem sechsten Monat nach der zweiten Dosis. Damit eine frühere dritte Injektion nicht "off label" stattfindet, müsste hier die Empfehlung geändert werden.