Gesundheit und Pflege bald unter einem Dach. Das Land NÖ wird mit der Gründung einer Landesgesundheitsagentur die Bereiche Gesundheit (NÖ Landeskliniken) und Pflege (PBZ, PFZ) zusammenlegen. Ab 2020 soll diese neue Organisation umgesetzt werden.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 12. Februar 2019 (14:37)
NLK Burchhart
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit den Experten Christian Horak (r.) und Wolfgang Mazal (l.)
 

Zum Kickoff des Projektes, das im November 2018 erstmals angekündigt worden war, waren Dutzende Führungskräfte aus dem Gesundheits- und Pflegebereich ins Landhaus eingeladen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner stellte, flankiert von den externen Experten Wolfgang Mazal und Chistian Horak sowie Projektleiter Filip Deiml die Eckpunkte der künftigen Struktur der neuen Gesundheitsagentur vor.

Ab dem heutigen Kick-off bis zum Sommer werden in elf Teilprojekten Details überlegt, deren Ergebnisse Anfang Sommer vorliegen sollen. Ab 2020 soll es dann an die Umsetzung gehen.

Worum geht es? In einer Gesellschaft, die immer weiter altert und in der es immer wenige junge Menschen gibt, muss sich auch das Gesundheitswesen anpassen. Daher wird an den Strukturen gedreht. Versorgung und Pflege soll es künftig im ganzen Land aus einer Hand, sprich: unter einer Steuerung, geben, sagt Mikl-Leitner.

Mazal: "Niemand wird Arbeitsplatz verlieren"

Nun müssen 21.500 Mitarbeiter der NÖ Landeskliniken und 5.350 Mitarbeiter aus dem Pflegebereich unter ein Dach. Wobei Medizinrechtsexperte Wolfgang Mazal gleich deutlich macht, dass es um Änderungen in der Organisation geht: "Niemand wird seinen Arbeitsplatz verlieren". Die operative Arbeit geht weiter wie bisher, heißt es. Doppelgleisigkeiten sollen abgestellt werden, in Bereichen wie z.B. dem Einkauf soll künftig effizienter gearbeitet werden können.

Warum das alles? Die Zukunft werde veränderte Rahmenbedingungen bringen, sagt Gesundheitsexperte Christian Horak. Daher muss die Organisationsform des NÖ Gesundheitswesens geändert werden. "Eine Organisation soll ja immer unterstützen, nicht behindern." Dazu hat man sich das aktuelle Modell angesehen und festgestellt, dass es zwischen den Bereichen Pflege und Gesundheit (zu) wenig Querverbindungen gibt. Das soll nun geändert werden.

Organisatorisch soll die neue Gesundheistagentur eine Anstalt öffentlichen Rechts sein. Sie besteht aus einem Aufsichtsrat, der vom Land beschickt wird, einem Vorstand und einem Beirat. Diesem Aufbau der Verantwortlichen untergeordnet sind die operativen Gesellschaften des Unternehmensverbundes: Eine Service- GmbH, in der z.B. Einkauf, IT und Personalwesen inkludiert sind, und eine Betriebs-GmbH., der die operative Betriebsführung obliegt. Diese beiden Gesellschaften agieren auf Augenhöhe.

Doppelgleisigkeiten und Reibungsverluste sollen so eingedämmt bzw. abgestellt werden. Die Details der Organisation werden noch ausverhandelt, bis 2020 sollen sie aber fixiert sein, damit man dann an die Umsetzung der neuen Landesgesundheitsagentur gehen kann. Mit einfacheren Struklturen und klaren Verantwortlichkeiten.

NEOS Gesundheitssprecherin Edith Kollermann reagierte in einer Aussendung auf die geplante Strukturreform. Sie kritisiert darin etwa, dass „der gesamte niedergelassene Bereich sowie familiäre und mobile Pflegedienste ausgeklammert werden“. Sie wünsche sich, dass die finanziellen Mittel „dahin gelenkt werden, wo sie am wirksamsten sind“.