Fridays for Future: Bekenntnis zur Klimaneutralität

Fridays-For-Future-Gruppen in Niederösterreich haben anlässlich der weltweiten Proteste am Freitag Forderungen an die Politik gerichtet.

APA / NÖN.at Erstellt am 24. September 2021 | 12:21
Fridays for Future
Symbolbild
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Ein offener Brief wurde an die Landesspitze und das St. Pöltner Rathaus gesandt. Niederösterreich sei "ein Land, das sich gerne als Vorreiter hinstellt, aber in Wahrheit ein Nachzügler ist", sagte Martin Jaksch-Fliegenschnee von Parents For Future Baden in einer Pressekonferenz. Die Demo in St. Pölten startet um 12.30 Uhr.

Der Landtag wurde aufgefordert, das Ziel Klimaneutralität bis 2030 zu beschließen. "Wir brauchen keine Politik, die von Klimaschutz redet. Wir brauchen eine Politik, die Worte in Taten umsetzt", betonte Johanna Frühwald von Fridays For Future St. Pölten.

"Niederösterreich behauptet oft, Vorreiter im Klimaschutz zu sein, doch in Wahrheit können wir uns hinten anstellen, wenn wir von echtem und wirksamen Klimaschutz sprechen", meinte Frühwald. Etwa bei der Entwicklung des Treibhausgasausstoßes und des Energieverbrauchs sowie beim Anteil fossiler Energie an der Stromversorgung sei das Land kein Vorbild.

Der Verkehrssektor sei der größte Verursacher von CO2, biete aber auch das größte Einsparungspotenzial, sagte Max Nutz von Fridays For Future Krems. Er verlangte einen "Stopp von fossilen Monsterprojekten" wie Traisental Schnellstraße (S34), Marchfeld Schnellstraße (S8), Lobauautobahn und Umfahrung Wiener Neustadt.

Weiters plädierte er für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Radinfrastruktur. Das Land konzentriere sich vor allem auf Radfahren in der Freizeit, aber nicht im Alltag, meinte Nutz. "Es braucht nicht einzelne Radwege, sondern ein Radverkehrsnetz", betonte er. Gefordert wurde weiters die sofortige Umsetzung des 1-2-3-Tickets in Niederösterreich.

Außerdem wurde der weitere Ausbau von erneuerbaren Energien von der Landesregierung verlangt. Forderungen an die Bundesregierung betrafen u.a. eine sofortige Verankerung von Klimaschutz in der Verfassung und den Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas bis 2030, eine ökosoziale Steuerreform und einen klimagerechten Gesellschaftsvertrag, den "Klima-Corona-Deal".

Gegen den Klimawandel gebe es keine Impfung wie gegen Covid, hielt Helene Galbavy von Fridays For Future Wiener Neustadt fest. Zu Beginn der Corona-Pandemie sei die Politik sofort aktiv geworden. "Warum geht das bei der Klimakrise nicht? Warum wird diese Krise nicht als dringlich angesehen?", fragte Galbavy: "Vielleicht werden wir gehört, aber wir werden nicht verstanden. Oder man will es nicht verstehen." Weil die Warnungen der Wissenschaft jahrelang ignoriert worden seien, stehe man nun vor einer immensen Herausforderung, sagte Flora Peham von Fridays For Future St. Pölten: "Es müssen jetzt Maßnahmen gesetzt werden."

Die Fridays-For-Future-Demonstration in St. Pölten beginnt um 12.30 Uhr am Bahnhofsplatz. Um 13.30 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Landhaus geplant. Ab kurz vor 15.00 Uhr sollen die Demonstranten am Rathausplatz angekommen sein. Dort ist eine Schlusskundgebung vorgesehen.