Grüne fordern Ausbau der psychosozialen Beratung. Mehr Schulsozialarbeit und Jugendberatung, den Erhalt des interkulturellen Psychotherapiezentrums JEFIRA, eine Schwerverkehrs-Entlastung für das Waldviertel und eine Reform des humanitären Bleiberechts wollen die Grünen mit ihren Anträgen im NÖ-Landtag am Donnerstag durchsetzen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Februar 2021 (15:23)
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Um das Kindeswohl und humanitäres Bleiberecht geht es den Grünen in einem ihrer vier Anträge in der 36. Landtagssitzung am Donnerstag. Sie fordern darin die NÖ-Landesregierung auf, sich bei Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) dafür einzusetzen, dass das Kindeswohl in allen Phasen des Asylverfahrens und insbesondere in Fällen des humanitären Bleiberechts vorrangig berücksichtigt wird, "damit unmenschliche Abschiebungen wie jene in der letzten Jännerwoche 2021 in Zukunft vermieden werden können."

Außerdem setzen sich die Grünen für den Erhalt des interkulturellen Psychotherapiezentrums JEFIRA in St. Pölten ein. Der dafür zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hatte angekündigt, die Förderung für das  Zentrum durch das Land NÖ streichen zu wollen. Das Argument der Grünen: "Diese Einrichtung ist die einzige auf traumaspezfische, kultursensible und dolmetschunterstützte Psychotherapie sowie psychiatrische Beratung für Asylwerberinnen und Asylwerber sowie für anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte", heißt es in einer Aussendung.

Die grüne Fraktion fordert außerdem eine "psychosoziale Beratungsoffensive", um Kinder und Jugendlichen mehr Beratungs- und Anlaufstellen zu bieten. Die Jungen leiden besonders stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Lockdowns, so die Grünen, denn der fehlende Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen bringe Isolierung und Stress.

Eine Entlastung vom zunehmenden Schwerverkehr, der primär durch Holztransporte verursacht werde, und mehr Schutz für die Waldviertler wollen die Grünen mit einem weiteren Antrag erreichen. "Frächter benutzen zur Gewinnmaximierung den kürzesten Weg durch Dörfer und fahren auf nicht für den Schwerverkehr ausgelegte Straßen", analysieren die Grünen. Sie fordern Maßnahmen, um eine "rasche Reduktion des Schwerverkehrs durch Waldviertler Gemeinden" zu schaffen.