Erste Gremiensitzungen der Parteien nach NÖ-Wahl. Nach der niederösterreichischen Landtagswahl finden am Montag erste Gremiensitzungen der Parteien statt. Die NEOS, die den Einzug in den Landtag geschafft haben, wollen zu Mittag in Wien zusammentreffen, bei den Freiheitlichen geht es um eine Wahlanalyse. Der Landesparteivorstand der SPÖ wird Dienstagabend tagen, noch kein Termin festgesetzt wurde bei der Volkspartei.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 29. Januar 2018 (11:12)
Nach der Wahl wird beraten
APA (Fohringer)

Die VP durfte am Sonntag mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über eine absolute Mandatsmehrheit jubeln. Das endgültige Endergebnis des Votums wird am Donnerstag feststehen.

Laut vorläufigem Ergebnis fuhr Mikl-Leitner 49,64 Prozent (minus 1,15 Prozentpunkte) und damit 29 der 56 Mandate im Landhaus in St. Pölten ein. In der Landesregierung bleibt es bei sechs Mitgliedern für die Volkspartei.

Für die SPÖ gab es erstmals nach 15 Jahren wieder einen Zuwachs im größten Bundesland. Das Plus fiel mit 2,35 Prozentpunkten freilich bescheiden aus. 23,92 Prozent - mit weiterhin 13 Mandaten - sind noch immer das zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten in Niederösterreich. Es bleibt bei zwei Regierungsmitgliedern.

FPÖ: Beste Ergebnis wurde verfehlt

Die Freiheitlichen bekamen offensichtlich die "Causa Landbauer" rund um Nazi-Liedgut bei der Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt" zu spüren. Ihr Zuwachs war mit 6,55 Prozentpunkten zwar der höchste an diesem Wahlsonntag, aber doch deutlich geringer als prognostiziert. Letztlich standen - vorerst - 14,76 Prozent und acht Mandate im Landtag sowie ein Sitz in der Landesregierung zu Buche. Das beste Ergebnis aller Zeiten im Bundesland (16,08 Prozent im Jahr 1998) wurde deutlich verfehlt.

Die Grünen erlebten nach dem Desaster auf Bundesebene im vergangenen Oktober eine Art "Auferstehung". Sie schafften mit 6,42 Prozent (minus 1,64 Prozentpunkte) den Wiedereinzug in den Landtag. Mit nun drei Mandaten und somit einem Abgeordneten weniger verloren die Grünen allerdings den Klubstatus.

Auf 5,15 Prozent kamen die NEOS, die erstmals bei der niederösterreichischen Landtagswahl angetreten waren. Ihr drittes Mandat war am Sonntagabend nur schwach abgesichert. Es könnte auch noch an die SPÖ fallen, wenn die etwa 1.400 Wahlkarten ausgezählt sind, die in "fremden" Wahlsprengeln abgegeben wurden.

Es sei "wichtig, dass wir Wurzeln schlagen", kommentierte NEOS-Chef Matthias Strolz das Abschneiden der jungen Partei bei der NÖ-Wahl. Im größten Bundesland sei das am Sonntag "gut gelungen".

Die Wahlbeteiligung betrug 66,47 Prozent. Sie war um 4,40 Prozentpunkte niedriger als vor fünf Jahren.