Lehrerdienstrecht - Nächste große Runde am Montag. Regierung und Lehrer werden kommenden Montag das nächste Mal über das Lehrerdienstrecht verhandeln. Zuvor will man nochmals ein Gespräch mit den AHS-Lehrergewerkschaftern führen, denn diese sind nach Ansicht von Beamtenministerin Heinisch-Hosek "der größte Brocken". "Mit drei von fünf Teilgewerkschaften" habe man gute Gespräche geführt, und es gehe nur mehr "um technische Details", sagte sie.

Erstellt am 19. Juli 2013 (12:45)

Vor allem die Lehrervertreter von AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) waren nach der bisher letzten Verhandlungsrunde am Montag bemüht gewesen, nicht allzu große Euphorie zu versprühen - wohingegen die Regierungsseite einen Durchbruch gesehen hatte. "Das Angebot steht", hielt Heinisch-Hosek fest. Es könne auch finanziell nicht mehr nachgebessert werden, und es sei auch nicht möglich, eine bestimmte Gruppe zu bevorzugen.

Erstmals tritt am Montag auch die Regierungs-"Task Force" in Sachen Lehrerdienstrecht zusammen, der neben den verhandelnden Ministerinnen Heinisch-Hosek, Claudia Schmied (SPÖ) und Maria Fekter (ÖVP) auch ÖVP-Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, SPÖ-Staatssekretär Josef Ostermayer sowie Jochen Danninger, Kabinettschef von Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP), angehören. "Alle wollen, dass wir vor der Wahl zu einem guten Ergebnis kommen", sagte Heinisch-Hosek. Deshalb müsse man die Kräfte "verdichten".

Die Berechnungen, wie sich das von der Regierung vorgeschlagene neue Dienstrecht auf das Einkommen künftiger Lehrer auswirken wird, gehen übrigens weit auseinander: Denn während Finanzministerin Fekter von einem jährlichen Plus von durchschnittlich mehr als 2.000 Euro und 90.000 Euro über das gesamte Arbeitsleben ausgeht, orten die Gewerkschafter massive Verluste. Laut Berechnungen der Gewerkschaft droht ein Minus von bis zu 900 Euro im Monat, für Quereinsteiger sogar bis zu 1.200 Euro monatlich bzw. in beiden Fällen über das jeweils gesamte Lehrer-Berufsleben (41 Jahre bzw. 27 für Quereinsteiger) um die 500.000 Euro.

Das derzeitige Regierungsmodell sieht ein einheitliches Gehaltsschema für alle Lehrer und 24 statt derzeit 20 bis 22 Stunden Unterrichtsverpflichtung vor - allerdings sollen sich Klassenvorstände (und damit praktisch alle Volksschullehrer) sowie Mentoren eine Stunde sparen und auch Betreuungs- und Beratungsstunden als Abschlagsstunden gelten. Das Einstiegsgehalt soll bei 2.420 Euro liegen (derzeit für Pflichtschullehrer: 2.025 Euro, Bundeslehrer: rund 2.220 Euro), nach einer flacheren Gehaltskurve sollen Lehrer am Ende alle 4.330 Euro verdienen (derzeit: 4.500 bzw. 5.140 Euro).