Land NÖ unterstützt Rotes Kreuz mit 285.000 Euro. Nach Beschluss der Landeshauptleute stellen die Bundesländer insgesamt 1,5 Millionen Euro "finanzielle Soforthilfe für Flüchtlingslager in Griechenland" zur Verfügung. LH Mikl-Leitner: Finanzielle Unterstützung ist "Gebot der Stunde".

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Dezember 2020 (09:49)
NLK Pfeiffer

1,5 Millionen Euro "finanzielle Soforthilfe" wollen die Bundesländer für Flüchtlingslager in Griechenland zur Verfügung Stellen. Das wurde kürzlich auf der Landeshauptleutekonferenz beschlossen. Der Millionen-Betrag wird auf die Länder nach dem Bevölkerungsschlüssel aufgeteilt. Der niederösterreichische Anteil beträgt damit 284.209,41 Euro. Um das Hellenische Rote Kreuz (HRC) zu unterstützen, hatte die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung (IFRC) einen internationalen Hilfsaufruf gestartet. Der NÖ-Anteil wird über das Österreichische Rote Kreuz abgewickelt.

Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sei diese finanziellen Soforthilfe ein „Gebot der Stunde“. Die Gelder sollen ein Beitrag sein für eine menschenwürdige Unterbringung für jene, die unsere Hilfe dringend brauchen, heißt es von Mikl-Leitner in einer Aussendung.

Aktuell 120.000 Flüchtlinge auf griechischem Festland und Ägäis-Inseln

Derzeit befänden sich ca. 120.000 Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten auf dem griechischen Festland sowie den Inseln der Ägäis, sagt Präsident Josef Schmoll vom Roten Kreuz Niederösterreich: „Sie leben vor Ort unter menschenunwürdigen Umständen – und jetzt steht der Winter vor der Tür." Das Rote Kreuz NÖ sorgt mit Mitarbeiter vor Ort, dass die Hygienestandards wie im Camp Kara Tepe erfüllt werden und es den Menschen möglich ist, sie umzusetzen. Mindeststandards müssen gewahrt sein. Allein in dem Camp  Kara Tepe, das aktuell wegen der extremen Überschwemmungen und katastrophalen humanitären Verhältnissen in den Medien ist, leben etwa 7.500 Menschen direkt am Meer – und die Temperaturen fallen derzeit auf bis zu null Grad. 

6,5 Tonnen Hilfsgüter nach Moria-Brand


Nach dem Brand in Moria wurden zudem 6,5 Tonnen an Hilfsgütern aus dem Katastrophenlager des Roten Kreuzes für die Betroffenen mobilisiert. Das IFRC und andere Rotkreuz-Partner sind maßgeblich an der infrastrukturellen Ausstattung, vor allem im Bereich Wasser und Sanitärversorgung sowie Hygieneförderung, beteiligt.  

Das HRC betreibt mobile Gesundheitsstationen, die medizinische Hilfe und Erstversorgung leisten. Die mobilen Teams umfassen Allgemeinmediziner und Krankenschwestern, kinderärztliche Betreuung sowie Gynäkologie und Zahnklinik. Zudem betreibt das HCR zwei stationäre medizinische Erstversorgungszentren.
 

Seit 2017 betreiben das IFRC und das HCR in Partnerschaft mit UNHCR ein Programm zur finanziellen Unterstützung von Asylwerbern und Flüchtlingen, das zwischen 30.000 und 35.000 Menschen erreicht.