Wachau bekommt ihre Wildnis zurück. Natur-Juwel an Donau wird seit 2015 revitalisiert. Weitergearbeitet werden soll bis 2022.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Juli 2020 (08:39)
Staatssekretär Magnus Brunner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und EU-Ministerin Karoline Edtstadler bekamen von Gerald Zauner (rechts) einen Einblick in den Fischbestand der Donau.
NLK/Filzwieser

Die Wasserqualität der Donau ist gut, mit 65 Arten ist die Fisch-Vielfalt einmalig, und dennoch schwimmen zu wenige Unterwasserbewohner im Fluss-Abschnitt zwischen Krems und Melk. Ändern soll das ein LIFE-Projekt, also von der EU geförderte Umweltmaßnahmen. Seit 2015 wird daher an der „Auenwildnis Wachau“ gearbeitet. Das ist eines von 28 LIFE-Projekten, die in NÖ umgesetzt werden oder wurden. Nun soll das Projekt in die Verlängerung gehen.

Um sich selbst ein Bild von den Maßnahmen zu machen, fuhren Europa-Ministerin Karoline Edtstadler, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Staatssekretär Magnus Brunner (alle ÖVP) mit Feuerwehrbooten das Gebiet ab. Zu sehen bekamen sie dabei einen neuen Donau-Nebenarm. Damit ist eines der Hauptziele der „Auenwildnis Wachau“ bereits erfüllt. Durch die Revitalisierung solcher Nebenarme sollen Fische neuen Lebensraum bekommen. Notwendig ist das, weil gerade Jungtiere durch die hohe Wellenschlagsgeschwindigkeit als Folge des Schiffsverkehrs gestört würden, erklärt viadonau-Projektleiterin Ursula Scheiblechner.

Als Beitrag zum Artenschutz wurden seit 2015 zudem über 50 Amphibien-Laichgewässer geschaffen. Damit sich Seeadler wieder in dem Gebiet ansiedeln, haben die Naturschützer Kunsthorste errichtet. Weiteres Ziel des Projektes ist die Erweiterung und Verbesserung von Auwaldflächen. Standortfremde Gehölze wurden entfernt, um heimischen Raum zu bieten. Geschaffen hat das Projektteam ein 14 Hektar großes Naturschutzgebiet bei der Schönbühler Insel.

Das Projekt wurde mit EU-Geld kofinanziert

Abgeschlossen sein sollte das Projekt 2020. Weil noch an der Errichtung von Brücken und der Schaffung einer dritten Verbindung zwischen der Donau und dem Nebenarm gearbeitet wird, wurde eine Verlängerung bis 2022 beantragt, erzählt Ursula Scheiblechner. Geflossen sind in die „Auenwildnis Wachau“ rund 3,9 Millionen Euro – zur Hälfte aus EU-Geldern finanziert.

„Solche Projekte braucht es, um zu zeigen, wie die EU in der Region ankommt“, meinte Edtstadler beim Lokalaugenschein. Pernkopf betonte den Mehrfachnutzen gewässerökologischer Projekte: „Damit geben wir Flüssen wieder mehr Platz. Sie sind Naherholungsraum für Menschen, Lebensraum für seltene Arten und Retentionsraum im Hochwasserfall.“