FPNÖ-Kritik: "Groß angelegte Geldvernichtungskampagne". FPNÖ-Gesundheitssprecherin Ina Aigner appelliert für "gezielte Tests bestimmter Bevölkerungsgruppen" statt singulären Massentests von Symptomlosen.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 05. Dezember 2020 (09:16)
FPNÖ-Klubobmann Erich Königsberger und Gesundheitssprecherin LAbg. Ina Aigner
Norbert Oberndorfer

Nachdem FPÖ-Vizeklubchefin Dagmar Belakowitsch am Mittwoch zum Boykott der Massentests aufgerufen und FPÖ-Parteichef Norbert Hofer am Abend mit seinem Dementi, "dass die FPÖ keinerlei Empfehlung zur Teilnahme oder zur Nicht-Teilnahme an Testungen abgebe" zurückruderte, bekräftigt die FPNÖ und Gesundheitssprecherin Ina Aigner die generelle freiheitliche Kritik an den bevorstehenden Covid-19-Flächentests in NÖ.

Testungen "zu einhundert Prozent freiwillig"

"Wir wissen, dass Massentests immer nur eine Momentaufnahme bedeuten und namhafter Mediziner quer durchs ganze Land seit Monaten von Testungen symptomloser Personen abraten. Die Bundesregierung vollzieht genau das Gegenteil", sagt Aigner.

Die FPNÖ fordert gezielte Tests bei bestimmten Bevölkerungsgruppen, "vor allem Pflegeheime, Menschen mit eindeutigen Symptomen und medizinisches Personal." Der Rest der Bevölkerung könne sich bei niedergelassenen Ärzten testen lassen - sofern das "zu einhundert Prozent freiwillig" passiere, fordert Aigner.

"Marketingaktion der Landes- und Bundesregierung"

Die Antigen-Schnelltests, die in NÖ am 12. und 13. Dezember durchgeführt werden sollen, kritisiert die FPNÖ-Sprecherin. Laut Expertenkommission der Bundesregierung seien Massentests nur dann sinnvoll, wenn sich zumindest 50 Prozent der Bevölkerung regelmäßig zweimal pro Wochen testen lässt, so Aigner. "Das wird auf Dauer nicht zu stemmen sein und zeigt, dass die Massentestungen nichts anderes als eine groß angelegte Geldvernichtungskampagne und Marketingaktion der Landes- und Bundesregierung sind."

91 Prozent aller Corona-Toten in NÖ-Pflege- und Altersheimen 

Der Schutz der vulnerablen Gruppen müsse oberste Priorität haben. Aigner fordert daher einen "umfassenden Schutz", wie Antigen-Schnelltests und FFP2-Maskenpflicht", in den Spitälern, Alten- und Pflegeheimen. Positiv-getestete Mitarbeiten dürfen nicht weiter mit Risikogruppen arbeiten, sagt Aigner.

Wie eine parlamentarische Anfrage der NEOS an Gesundheitsminister Anschober (Die Grünen) ausweist, starben seit Oktober 91 Prozent aller Corona-Toten (81 von insgesamt 89 Corona-Toten) in NÖ-Pflege- und Altersheimen.

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