Land NÖ am Weg zu Klimazielen. Bessere Öffi-Verbindungen, klimaneutrale Landesverwaltung, mehr Erneuerbare Energie, Aufforstung von Mischwäldern: Das hat sich NÖ vorgenommen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:36)
Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): „Setzen mit dem Plan ein starkes Zeichen für den Klimaschutz.“
NLK/Filzwieser

Die Treibhausgas-Emissionen um 36 Prozent reduzieren, dafür die Stromerzeugung durch Photovoltaik verzehnfachen, die Leistung der Windkraft verdoppeln und 10.000 „Green Jobs“ schaffen: Das sind die Ziele, die das Land in seinem Klima- und Energiefahrplan 2030 festgeschrieben hat.

Damit sie erreicht werden, präsentierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit ihrem Vize Stephan Pernkopf (beide ÖVP) nun den Maßnahmenplan für die Jahre 2021 bis 2025. Gesteckt hat sich das Land darin vier Ziele: Die Landesverwaltung soll klimaneutral, der öffentliche Verkehr ausgebaut, fossile Brennstoffe sollen weiter verdrängt und wertvoller Boden geschützt werden. Im Detail ist Folgendes geplant:

Landesverwaltung bis 2035 klimaneutral: „Das Land muss im Bereich Klimaschutz Vorbild sein“, betont Mikl-Leitner. Deshalb sollen bis 2025 alle Landesgebäude ölfrei beheizt werden. Wo es möglich ist, sollen auch Gasheizungen durch erneuerbare Nahwärme ersetzt werden. Neben der Schaffung von PV-Anlagen auf Landesgebäuden will das Land auch Beschattungs- und Begrünungsmaßnahmen setzen. Außerdem werden die Landesbediensteten künftig nur noch „saubere“ Autos fahren. Ab dem Jahr 2022 sollen emissionsfrei betriebene Fahrzeuge Standard sein. Bisher ist das nur jeder fünfte Pkw. Ab 2027 soll es bei den Pkw des Landes gar keine Verbrennungsmotoren mehr geben.

Mehr Öffis und Mobilitätsgarantie: Vor Weihnachten erteilte Mikl-Leitner gemeinsam mit Umweltminsterin Leonore Gewessler (Grüne) der Waldviertelautobahn eine Absage. Stattdessen wurde ein Investitionspaket für die Bahn im Wald- und Weinviertel vorgestellt. Konkret sollen 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau der Schiene fließen. Insgesamt will das Land eine „Mobilitätsgarantie“ aussprechen. Jeder, der möchte, soll also öffentlich durch NÖ fahren können. „Dazu werden wir flexible Mobilitätsangebote wie Anrufsammeltaxis, Rufbusse oder Car-Sharing weiter forcieren“, kündigte Mikl-Leitner an.

Ausbau der Erneuerbaren Energie: Besonders stolz ist man in NÖ darauf, dass 100 Prozent des Strombedarfs seit 2015 aus Erneuerbarer Energie gedeckt werden. Damit der Anteil an „sauberer“ Energie weiter steigt, wurde im Herbst das Sonnenkraftwerk NÖ gestartet. Bürger können sich dabei an der Errichtung von PV-Anlagen auf Landesgebäuden beteiligen.

Beim Ausbau der Windkraft setzt man vor allem auf Repowering, sagt Pernkopf. Es sollen also keine neuen Anlagen entstehen, sondern die bestehenden stärker gemacht werden.

Die letzten 90.000 Ölheizungen sollen bis 2040 aus den Häusern verbannt werden. In einer Novelle der Bauordnung ist ein Stufenplan vorgesehen, nach dem bestehende Ölheizungen getauscht werden müssen. Um den Ausbau der Erneuerbaren Energie weiter vorantreiben zu können, macht er auch Druck in Richtung Bund: „Was wir für unsere Energiewende endlich brauchen, ist das Erneuerbaren Ausbau Gesetz, das die Fördermodalitäten für Wind, Wasser, Sonnenkraft und Biomasse regelt.“

Schutz von Lebensräumen: Als vierten Schritt will der Landes-Vize Wäldern oder Flüssen wieder mehr Raum geben. Gesetzt wird dabei etwa auf die Wiederaufforstung mit klimafitten Mischwäldern und den Schutz von wertvollen Böden.