Matura geschafft: Und wie geht es jetzt weiter?. Die Ziele in Hinblick auf die akademische Ausbildung können ganz unterschiedlich sein. Denn das Angebot reicht vom Bachelor-Titel bis zum Doktorat.

Erstellt am 05. März 2013 (12:12)
Nach der Matura und oft auch schon davor stellt sich die Frage: Was mache ich als Nächstes? Entscheide ich mich für einen direkten Berufseinstieg, hänge ich eine Lehre an oder studiere ich an einer Universität oder einer Fachhochschule?
Selbst Berufstätige können sich solche Fragen stellen, denn der Ausbildungsweg muss im Arbeitsleben noch nicht zu Ende sein. Fachhochschulen und Universitäten bieten nämlich auch berufsbegleitende Studiengänge an.

Die Stationen: Bachelor, Master und Doktorat

Nach dem European Credit Transfer System (ECTS) umfasst das Bachelorstudium insgesamt 180 Leistungspunkte und dauert in der Regel sechs Semester – in Ausnahmen auch länger. Im Laufe des Bachelorstudiums werden die Grundlagen des Faches vermittelt. Am Ende ist dann eine schriftliche Arbeit und in der Regel eine kommissionelle Prüfung vorgesehen. In manchen Studienrichtungen können allerdings auch zwei Arbeiten anfallen. Und manchmal ist keine Prüfung erforderlich.
Sind beide positiv abgeschlossen, erlangt man den ersten Titel der akademischen Laufbahn: BA (Bachelor of Arts in Business) oder auch BSc (Bachelor of Science). Die Titel werden dann dem Namen nachgestellt.
Und schon steht die nächste Frage an: Einsteigen in die Arbeitswelt oder sein Wissen und seine Fähigkeiten in einem Masterstudium vertiefen? Die Möglichkeiten sind jedenfalls breit gefächert, selbst ein Quereinstieg von der Universität an eine Fachhochschule – oder umgekehrt – ist durch das Bologna-System (Vereinheitlichung des Hochschulraumes) möglich.

Beim Masterstudium ist die Dauer variabel und hängt vom jeweiligen Fachbereich ab. Es sind jedoch mindestens 120 ECTS-Punkte zu erreichen. Das entspricht in etwa einer Dauer von vier Semestern. Am Ende bekommt dann der Absolvent den akademischen Grad MA (Master of Arts) oder MSc (Master of Science) verliehen – vereinzelt noch Dipl.-Ing. beziehungsweise DI.
Nach dem Masterstudium muss der Ausbildungsweg noch immer nicht zu Ende sein. Denn mit dem akademischen Grad des Masters erwirbt man auch die Berechtigung, ein Doktoratsstudium anzuschließen. Dafür ist in Österreich aber ein Wechsel an eine Universität nötig, da Fachhochschulen über kein Promotionsrecht verfügen – sprich, an den Fachhochschulen ist kein Doktorat möglich.
Wer sich dafür entscheidet, muss wissen: Es ist nicht vergleichbar mit einem Bachelor- oder Masterstudiengang. Nur ein minimaler Teil der Arbeit sind Lehrveranstaltungen, wie man sie von der Fachhochschule her kennt. Hingegen wichtig sind: Selbstständiges Arbeiten, Erkenntnisse gewinnen und schriftlich formulieren. Schließlich wird die Doktorarbeit eingereicht und von Gutachtern benotet. Anschließend müssen angehende Doktoren ihre Dissertation in einer mündlichen Prüfung nochmals „verteidigen“. Das Gespräch nennt man Defensio.

Grenzenlos in Europa studieren

Die Fachhochschulen sind auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt. Somit ist das österreichische Hochschulsystem in das europäische eingegliedert. Das erfolgte durch den Bologna-Prozess. Seitdem gibt es nur mehr vereinzelt Diplomstudiengänge. Die Vereinheitlichung soll vor allem internationale Wettbewerbsfähigkeit fördern und Leistungen vergleichbar machen.
Außerdem: Mit der Angleichung des Studiensystems können die Bachelor-Absolventen den Master an jeder europäischen Hochschule in Angriff nehmen. Somit ist durch diese Vernetzung ein Auslandssemester problemlos möglich. So ein Auslandsaufenthalt bringt Vorteile mit sich, wie zum Beispiel das Vertiefen von Fremdsprachenkenntnissen und das Arbeiten in internationalen Teams und Netzwerken. Mittlerweile gilt das Auslandssemester nicht mehr als Unterbrechung oder Zusatzsemester. Es wird regulär innerhalb des jeweiligen Studienabschnittes angerechnet.

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