NÖ will Jungärzte ins Land locken und halten. Junge Ärzte für Niederösterreich zu gewinnen, um langfristig die Versorgung im Bundesland zu gewährleisten: Dieses Ziel verfolgt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) mit Maßnahmen, die er in einer Pressekonferenz am Dienstag vorstellte.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 19. September 2017 (13:55)
Wohlmann
Stephan Pernkopf

Die Landeskliniken-Holding unterstützt die Bemühungen u.a. mit Vorbereitungskursen auf die Zulassungsprüfung zum Studium. 180 junge Menschen aus Niederösterreich haben heuer den Aufnahmetest geschafft, so Pernkopf. Er hoffe, dass diese nach der Promotion ins Bundesland zurückkehren: "Sie werden in den Landeskliniken gebraucht."

1.600 Plätze seien an den österreichischen Unis verfügbar, 16.000 Bewerbungen würden aber das Interesse zeigen. Es brauche insgesamt mehr Plätze für heimische Medizinstudenten, richtete Pernkopf eine "klare Forderung" an die neue Bundesregierung.

Im bundesweiten Vergleich habe NÖ den größten Anteil an Hausärzten, nämlich 780, und die geringste Zahl an offenen Planstellen. In den Krankenhäusern seien 3.700 Ärzte tätig, davon 1.200 Turnusärzte. Man sei also - entgegen so mancher Panikmache bezüglich Ärztemangels - "ganz gut gerüstet", es gehe aber um langfristige Aspekte, so Pernkopf.

Landeskliniken-Holding unterstützt Studierende

Um die Jungärzte zu halten und Absolventen ins Land zu locken, biete die Landeskliniken-Holding eine Million Euro für Aus- und Weiterbildung mit eigenen Programmen für die Turnusärzte auf, erläuterte Pernkopf. Schon während des Studiums bestehe die Möglichkeit, Praxis zu erwerben.

Ein wichtiger Baustein sei die Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems mit aktuell über 200 Studierenden. Um Maturanten für ein Medizinstudium zu motivieren, gebe es in den Spitälern Informationsveranstaltungen und Förderkurse zur Vorbereitung auf die Zulassungsprüfung.

Darüber hinaus soll ein Landarzt-Stipendium eingeführt werden. Generell sei eine Aufwertung der Allgemeinmediziner notwendig, sprach Pernkopf das Gehaltsschema an: "Der Hausarzt muss wieder attraktiv werden."

"Wir begleiten die Studenten auch während des Studiums", unterstrich Markus Klamminger, stellvertretender medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding. Er verwies auf eine neue Anmeldedatenbank für Studenten, Info-Abende sowie auf den für Mitarbeiter kostenlosen Zugang zur Fachbibliothek. Weiters gebe es 15 Tage pro Jahr Freistellung für Weiterbildung, zentrale Seminare und gratis Notarztkurse. Und die in der Ausbildung gefragte Rotation sei in den NÖ Kliniken unter einer Trägerschaft leicht zu organisieren.