Mehr Schutz für öffentliche Gebäude. Beim zweiten Sicherheitsgipfel unter Leitung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wurde vereinbart, dass Bezirkshauptmannschaften und das Landhaus in St. Pölten besser geschützt werden. Es wird weiters ein neues Kommunikationskonzept für Katastrophenfälle geben. Ebenso wie eine Echtzeit-Datenbank, in der die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln für Katastropheneinsätze abrufbar ist.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 22. Februar 2019 (12:37)
Die Sicherheitsfamilie NÖ (v.li.): Rot-Kreuz-General Josef Schmoll, der Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich Christoph Chwojka, ASBÖ-Präsident Otto Pendl, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der Österreichische Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Landespolizeidirektor-Stellvertreter Franz Popp, Zivilschutzverbands-Präsident Christoph Kainz, Militärkommandant Martin Jawurek und der Vertreter der Bezirkshauptmannschaften Josef Kronister.
NLK/Filzwieser

Der Mord an der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn war nur ein Grund, warum die Sicherheitskonzepte für öffentliche Gebäude überdacht wurden. In der Bezirkshauptmannschaft Klosterneuburg war 2011 auch ein Beamter erschossen worden, 2009 wurde in Hollabrunn eine Rechtspflegerin ermordet. Jetzt soll es in Niederösterreich nach dem Vorbild der Gerichtsgebäude mit ihren Sicherheitsschleusen auch mehr Schutz für die Bezirkshauptmannschaften geben.

"Sicherheitsfamilie" beschließt Maßnahmen

Beschlossen hat das eine prominent besetzte Runde, die "Sicherheitsfamilie NÖ", wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sie nennt. Polizei, Militär, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeiter Samariterbund, Notruf NÖ und Zivilschutzverband haben bei diesem zweiten Sicherheitsgipfel evaluiert, was seit dem ersten Gipfel im Vorjahr geschehen ist und was noch zu tun ist.

Drei Punkte wurden konkret behandelt: Die eingangs erwähnte Sicherung öffentlicher Gebäude, ein neues Koordinations- und Kommunikationskonzept für Katastrophenfälle unter Leitung der Bezirkshauptmannschaften und der Aufbau einer Echtzeit-Datenbank für verfügbares Gerät.

Reduzierung der Eingänge

In den 20 Bezirkshauptmannschaften und ihren Nebenstellen wird es künftig nur mehr einen Haupteingang geben. Dort wird ein Sicherheits-Torbogen mit Scanner installiert, vergleichbar mit den bestehenden Einrichtungen am Flughafen oder an den Bezirks- und Landesgerichten. Bis Ende 2020 werden dafür 3,5 Millionen Euro investiert.

Auch in den 22 Gebäuden des NÖ Landhauses in St. Pölten wierd die Anzahl der Eingänge reduziert. zusätzlich werden mehr Video-Überwachungsanlagen sowie Gegensprechanlagen installiert.

BH und Einsatzkräfte parallel informieren

Im Kommunikationsbereich soll künftig im Katastrophenfall die jeweilige Bezirkshauptmannschaft gleichzeitig mit den Einsatzorganisationen informiert werden. Die bessere Kommunikation mit der Behörde, die ja die Einsatzleitung inne hat, soll reibungsfreiere Koordination der Einsätze gewährleisten. Schulungen dazu werden in der Landesfeuerwehrschule in Tulln abgehalten werden - unter Federführung des Landesfeuerwehrkommandos.

Echtzeit-Datenbak: Wo ist was?

Dritter Punkt, der Aufbau einer Echtzeit-Datenbank, soll landesweit einen besseren Überblick über verfügbares Gerät verschaffen. Im Katastrophenfall - vom Hochwasser bis zum Großbrand - wird in dieser Datenbank sofort ersichtlich sein, welches Gerät wo ist. Und ob es einsatzbereit ist. Vom Notstromaggregat über den Bergekran bis zur Feldküche soll hier alles abrufbar sein.

Mit diesen drei konkreten Projekten sei NÖ sicherheitstechnisch "auf der Höhe der Zeit", sagt Johanna Mikl-Leitner.