Petrovic-Grußworte - Tierschutz Austria distanziert sich

Aktualisiert am 23. November 2021 | 09:08
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Madeleine Petrovic
Madeleine Petrovic
Foto: privat
Ehemalige Grünen-Politikerin misstraut offenkundig der Pharma-Industrie.
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Bei einer Kundgebung der in Oberösterreich in den Landtag gelangten Impfskeptiker-Partei MFG ist am Samstag in Wien eine eher unerwartete Grußbotschaft vorgelesen worden. Die kam laut einem "Standard"-Bericht von der ehemaligen Grünen-Chefin Madeleine Petrovic. Laut dem von der Zeitung zitierten Text bedauert sie, dass es keine fundierten öffentlichen Debatten zu den "naturwissenschaftlichen Fragen von Resistenzen und langfristigen Gefahren" im Zusammenhang mit Corona gibt.

Auch kritisiert Petrovic, dass die Profite des milliardenschweren Test- und Impfsystems in Österreich privatisiert seien. Darüber hinaus gebe es bei der Haftung für Impfschäden "keine Beweislast-Umkehr und keine adäquaten Entschädigungen. Die Pharmalobby freut es." Wenn man sich die Strafen anschaue, die bestimmte Unternehmen "wegen dubioser Machenschaften schon zahlen mussten, dann frage ich, worauf das Vertrauen der Regierenden zu diesen Pharmafirmen und ihren 'bitteren Pillen' beruht", heißt es in dem Text der ehemaligen Grünen-Spitzenpolitikerin.

Aus dem Grünen Parlamentsklub hieß es dazu, dass Petrovic hier ihre Privatmeinung vertrete. Aus der niederösterreichischen Landespartei, deren Aushängeschild Petrovic viele Jahre war, hieß es, sie bleibe ihrer Linie treu, "ein wachsamer, kritischer Geist zu sein", so Landessprecherin Helga Krismer gegenüber dem "Standard".

Tierschutz Austria: "Gegen eine Spaltung der Gesellschaft"

Tierschutz Austria (Wiener Tierschutzverein) distanziert sich von den Petrovic-Aussagen bei der MFG-Demo: Ihre Grußbotschaft sei ihre Privatmeinung und werde von Organisation und Vorstand nicht unterstützt: "Wir möchten in dieser Causa ausdrücklich festhalten, dass die verlesene Stellungnahme von Madeleine Petrovic bei der MFG-Demo nicht unsere Position widerspiegelt, und möchten uns davon als Organisation klar distanzieren. Als Tierschutz- und Umweltschutzorganisation setzen wir uns für eine Welt ein, die im Einklang lebt und gegen eine Spaltung der Gesellschaft. Zu Themen, die über unsere Kernarbeit, den Tierschutz, hinaus gehen, werden wir keine Position beziehen."  

Dabei arbeite man stets auf dem "Boden der Wissenschaft" und ausschließlich im Interesse der Tiere. Tierschutz Austria sei politisch neutral und pflege Austausch mit allen relevanten Behörden und Parteien: "Aus diesem Grund lehnen wir die getätigten Äußerungen ab und nehmen sie als Privatmeinung zur Kenntnis. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in unserem Tierschutzhaus täglich mit viel Engagement und Herz um unsere Schützlinge. Dies ist nur aufgrund vieler und oft langjähriger Unterstützerinnen und Unterstützer möglich. Wir entschuldigen uns bei jeder einzelnen/jedem einzelnen, die/der sich von Frau Petrovics Aussagen betroffen fühlt und hoffen weiter auf die Unterstützung unserer tierischen Schützlinge!"