Mikl-Leitner: "Impfen, Sichern, Lockdown verhindern". In Weitra (Bezirk Gmünd) zogen die VP-Regierungsmitglieder eine Pandemie-Bilanz für NÖ. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist klar, dass ein "Anti-Corona-Management, die beste Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik ist, um einen Lockdown zu verhindern." Hauptaugenmerk im Herbst liege daher auf eine Steigerung der Durchimpfungsrate, die Sicherung des Regelbetriebs in Spitälern und Landesdienst, und eine"konsequente Umsetzung der Maßnahmen" vom Bund, um einen Lockdown zu verhindern. Eine neue Gründer-Initiative soll außerdem Forschungs- und Wissenschafts-Startups in NÖ beflügeln.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. September 2021 (17:52)

Mit der Initiative "Science-to-Business" will das Land die Gründung von 250 neuen Forschungs- und Wissenschaftsunternehmen in den nächsten zehn Jahren fördern. "Wir wollen Wissensvorsprung zu einem Wirtschafts-Wachstum machen", sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Zuge der VP-Regierungsklausur in Weitra. Mit Hilfe von persönlicher Begleitung, Trainings und Workshops sollen talentierte Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Weg zur Selbständigkeit unterstützt werden. 

Seit 2000 habe sich die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen im Land von 300 auf 1.900 Forschungsarbeiten im Jahr 2020 versechsfacht. "Wir haben in den vergangenen 25 Jahren unsere Wissenschafts- und Forschungsachsen kontinuierlich ausgebaut. Heute gibt es in Niederösterreich 14 Fachhochschulen und Universitäten, vier Technopole sowie sechs Technologie- und Forschungszentren", sagt Mikl-Leitner.

"Besser durch die Krise gekommen als andere"

Niederösterreich sei besser durch die Krise gekommen als so manch andere Länder, ist die Landeshauptfrau überzeugt. Für die weitere Pandemie-Bekämpfung werden aktuell die Zahl der Impfbusse als niederschwelliges Impfangebot von bisher drei auf sechs aufgestockt, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Außerdem gilt für Neuanstellungen im Landesdienst als Voraussetzung eine Corona-Schutzimpfung. Mikl-Leitner betont, dass man unbedingt den Regelbetrieb im Spitals- und Landesdienst aufrecht erhalten muss. 

Es brauche bundeseinheitliche Regeln im Kampf um die Pandemie, fordert Mikl-Leitner. "Ein Anti-Corona-Management ist einfach die beste Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, um einen Lockdown zu verhindern", sagt Mikl-Leitner. Man wolle alle notwendigen Maßnahmen dafür umsetzen.

NÖ-Wirtschaft verzeichnet 14-Jahres-Hoch

Mit prognostizierten 4,3 Prozent Wachstum für heuer und für das Jahr 2022 lege die Wirtschaft so viel zu wie seit 14 Jahren nicht mehr. Trotz Krise wurden im Vorjahr 6.300 Unternehmen (plus 3,5 Prozent) gegründet. Derzeit gebe es in Niederösterreich um rund 1.500 weniger Arbeitslose und um rund 5.000 mehr offene Stellen als im Jahr 2019 vor der Krise. 

Großteil des NÖ-Konjunkturpakets bewilligt

Das 229 Millionen Euro schwere NÖ Konjunkturpaket, das im Vorjahr zur Bekämpfung der Pandemie als Stimulus von der Landesregierung beschlossen wurde, zeige laut Mikl-Leitner bereits Wirkung. Rund 180 Millionen wurden bereits bewilligt und haben ein Investitionsvolumen von knapp 500 Millionen Euro ausgelöst. "Bis Ende des Jahres haben Unternehmen noch Zeit, sich die verbleibenden 50 Millionen Euro abzuholen. Rund acht Milliarden Euro werden die NÖ Unternehmen 2021 insgesamt in ihre Standorte investieren – im Vergleich sind das um drei Milliarden Euro mehr als 2019“, so Mikl-Leitner.

Verlängerung von Jobhilfsprogramm 

Mit dem Projekt „Job.Start“ werden seit Jahresbeginn Unternehmen bei der Mitarbeitersuche unterstützt: für sechs Monate werden die Hälfte der Lohn- und Lohnnebenkosten übernommen. Das Projekt werde nun verlängert und erweitert. "Neben der Hälfte der Lohnnebenkosten werden auch bis zu 1.500 Euro Kurskosten für Zusatzqualifikationen übernommen“, sagt Mikl-Leitner.