Mikl-Leitner: "Maßnahmen, um Verbreitung einzudämmen". Österreichweit werden die meisten Geschäfte ab Montag geschlossen. In Lokalen ist um 15 Uhr Sperrstunde. Niederösterreich stehe hinter diesen Maßnahmen, betonte die Landeshauptfrau. Gleichzeitig steige die Landesverwaltung auf Home-Office um, Bürgerservice-Stellen werden geschlossen und Betten auf Intensivstationen für Corona-Patienten freigehalten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 13. März 2020 (16:41)
Pressekonferenz zu den aktuellen Maßnahmen im Zuge der Corona Krise, von links nach rechts: Regina Klenk (NÖ Landessanitätsdirektion), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und der Direktor für Medizin und Pflege in der NÖ Landesgesundheitsagentur, Markus Klamminger.
 
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Italien kommt pro 100.000 Einwohner aktuell auf 28 positiv getestete Corona-Infizierte. In Niederösterreich sind das nur drei. Trotzdem zeichne sich ein exponentieller Anstieg ab: "Es zeigt sich, dass die Verbreitung des Coronavirus den gleichen Weg nimmt wie in anderen europäischen Ländern", meinte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Auch die Niederösterreicher müssen ihre sozialen Kontakte daher in den kommenden Wochen massiv einschränken. Hinter den von der Bundesregierung präsentierten Maßnahmen - darunter die Schließung von Geschäften mit Ausnahme jener, die für das tägliche Leben notwendig sind, oder die Sperrstunden in Lokalen ab 15 Uhr - stehe die Landesregierung vollkommen. 

Zusätzlich wurden hierzulande eigene Maßnahmen getroffen: In der Landesverwaltung - sowohl im Landhaus als auch in den Bezirkshauptmannschaften - werde ab der nächsten Woche so gut es geht auf Home-Office umgestellt. Außerdem sind ab Montag die Bürgerservice-Stellen geschlossen. Für Gemeindeämter und deren Bürgerservice-Stellen gibt es keine fixe Verordnung des Landes. Aber es müsse jetzt jeder seiner Verantwortung nachkommen, meinte die Landeshauptfrau. Und betonte: "Das ist eine Ausnahme-Situation, wie wir sie in der zweiten Republik noch nie erlebt haben."

Durch Einschränkungen sollen Ältere und Kranke geschützt werden

Untergeordnet seien all diese Maßnahmen dem Ziel, soziale Kontakte zu vermeiden, um die weitere Verbreitung des Virus' einzudämmen oder zumindest zu verlangsamen. Geschützt werden sollen vor allem ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen. 

Mikl-Leitner appellierte aber auch an diese Risikogruppen, sich selbst zu schützen. Ältere Menschen sollten zuhause bleiben und mit ihren Lieben per Skype oder Telefon Kontakt halten. "Diese Einschränkungen sind von großer Bedeutung", betonte Gesundheits-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. 

Gleichzeitig will das Land die 384 Intensiv-Betten mit Beatmungsmöglichkeiten freihalten. "Nicht dringende Operationen werden hintangestellt", informierte die Landeshauptfrau. Ihr Stellvertreter, Stephan Pernkopf, versicherte, dass Bund und Land alles tun werden, um die Versorgung weiter aufrechtzuerhalten. "Hamsterkäufe sind nicht notwendig", stellte er klar. 

58 Niederösterreicher in Quarantäne, nur drei mussten ins Krankenhaus

Insgesamt sind in Niederösterreich aktuell 58 Menschen in häuslicher Quarantäne. Positiv getestete Fälle gab es bisher 63. Zwei Personen sind mittlerweile wieder gesund geworden. Im Krankenhaus behandelt werden mussten zudem nur drei. Alle anderen zeigten keine schweren Symptome.