Einige Spitäler in NÖ Hochrisikogebieten beschränken Besuche

Mehrere Spitäler in niederösterreichischen Hochinzidenzgebieten beschränken die Besuchsregeln. Betroffen sind die Standorte Mauer, Melk, Scheibbs, Amstetten und Waidhofen a.d. Ybbs.

Erstellt am 04. November 2021 | 12:32
Landesklinikum Melk wird Zentrum für Endometriose-Fälle
Das Landesklinikum Melk. Foto: Landesklinikum Melk
Foto: Walter Fahrnberger

Patienten in diesen Kliniken dürfen nur noch von einer Person pro Woche besucht werden, bestätigte die Landesgesundheitsagentur (LGA) am Donnerstag einen Bericht des ORF NÖ. Aufgrund der sprunghaften Steigerung bei Corona-Intensivpatienten werden geplante Operationen "vereinzelt" eingeschränkt.

Derzeit werden in Niederösterreich 64 Corona-Intensivpatienten behandelt. Gegenüber Dienstag bedeutet das ein Plus um neun Personen.

Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum St. Pölten, bezeichnete die aktuelle Situation als "ziemlich angespannt": "Es gibt sehr wenig freie Intensivkapazitäten. Wir müssen damit rechnen, dass in den nächsten drei bis fünf Tagen von der großen Zahl an stationären Covid-Patienten doch ein gewisser Teil intensivpflichtig wird. Und das würde dann zu einer Verknappung führen." So sei teilweise schon damit begonnen worden, diese Zunahme zu kompensieren und planbare elektive Eingriffe zu reduzieren.

Um Personal für Intensivstationen zu rekrutieren, müssten in anderen Bereichen Leistungen reduziert werden. Zuerst betroffen davon seien Operationen bzw. Eingriffe, bei denen eine Verschiebung "zwar unangenehm für den Patienten ist, wo man das aber aus medizinischer Sicht durchaus verantworten kann, um eben für den erhöhten Bedarf an Akutressourcen wirklich frei zu sein", teilte Hörmann mit.

"Solange die Kapazitäten garantiert sind und es möglich ist, sollen Operationen durchgeführt werden", wurde vonseiten der LGA betont. Von Einschränkungen nicht betroffen sind den Angaben zufolge akute Notfälle und dringliche Eingriffe. Von insgesamt 333 Intensivbetten seien 71 verfügbar.

Verschärfte Regeln gelten nur für die genannten Krankenhausstandorte im Mostviertel. In den übrigen Landeskliniken - auch im Krankenhaus Lilienfeld - ist weiterhin ein Besucher pro Tag und Patient erlaubt. Ausnahmen gelten für Palliativstationen, Kinderabteilungen, Geburtenstationen und bei besonderen Erfordernissen nach Rücksprache mit dem Personal. Bei Krankheitssymptomen dürfen die Spitäler nicht von Besuchern betreten werden. Es gilt die 3G-Regel, das durchgehende Tragen einer FFP2-Maske ist Pflicht.

Derzeit seien in den Kliniken keine weiteren Einschränkungen oder Verschärfungen geplant, teilte die LGA mit. "Die Situation wird jedoch täglich neu evaluiert und bei weiter ansteigenden Zahlen müssen Maßnahmen gesetzt werden", hieß es.