Millionen-Paket für Bahn-Ausbau. Kamptalbahn und Puchberger Bahn sollen aufgewertet, die Kremser Bahn und die Traisentalbahn elektrifiziert werden. Ausbau der S-Bahn-Bahnsteige in Wien soll mehr Kapazitäten für NÖ-Pendlerzüge schaffen.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 23. Juni 2019 (07:00)
APA (Archiv)
Symbolbild

Auf ein 372 Millionen Euro schweres Bahn-Paket für Niederösterreich einigten sich Land, ÖBB und Infrastruktur-Ministerium. Die Hauptintention ist die Stärkung des Nahverkehrs auf der Schiene.

„Wir sichern mit diesem Paket die für unsere Pendlerinnen und Pendler wichtigen Ausbau- und Planungsmaßnahmen vertraglich ab“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die gemeinsam mit Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko und ÖBB-Vorstandsvorsitzendem Andreas Matthä in einer gemeinsamen Stellungnahme davon spricht, die Mobilitätswende vorantreiben zu wollen. Bereits jetzt ist ein Großteil der 150 Millionen Menschen, die jedes Jahr in Niederösterreich von Öffis transportiert werden, auf Schienen unterwegs – doppelt so viele wie vor 25 Jahren. „Mit den vereinbarten Entwicklungen von Bahnstrecken und den geplanten Elektrifizierungen können wir die Nahverkehrsachsen aufwerten“, streicht Schleritzko hervor. Und Matthä ergänzt: „Rund 30 Prozent des Schienennetzes der ÖBB liegen in Niederösterreich. Es ist daher selbstverständlich, dass wir einen Fokus auf die Strecken im Bundesland legen.“

Die größten Investitionen im Überblick:

S-Bahn & Co.: Die kurzen S-Bahn-Bahnsteige in Wien verhindern derzeit eine Verlängerung der oft überfüllten Züge aus Niederösterreich. Im Bahn-Paket vorgesehen ist nun, dass die Bahnsteige verlängert werden. Einen Stufenplan für die konkrete Umsetzung werden ÖBB, Ministerium, Land NÖ und Stadt Wien gemeinsam erarbeiten. Gleiches gilt für die Errichtung einer neuen S-Bahn-Stammstrecke durch Wien. Vorangetrieben werden sollen auch Verbesserungen auf der alten Westbahnstrecke, der inneren Aspangbahn, der Nordwestbahn und der Südstrecke zwischen Meidling und Mödling.

Kamptalbahn und Puchberger Bahn: ÖBB und Land NÖ werden künftig nicht nur gemeinsam den Betrieb der beiden Bahnen finanzieren, sondern auch den Ausbau zur elektrifizierten Pendler-Strecke. Planung ab 2020, Fertigstellung 2027.

Traisentalbahn: Mit der Planung der Elektrifizierung der Traisentalbahn von St. Pölten bis Hainfeld/Schrambach sowie der Erlauftalbahn von Pöchlarn nach Scheibbs wird noch heuer begonnen. 2024/25 sollen beide Bahnen dann elektrifiziert sein.

Kremser Bahn: Die schon mehrfach verschobene Elektrifizierung der Kremser Bahn nach Herzogenburg kommt endlich. Ab 2020 wird geplant, bis 2027 soll die Fertigstellung erfolgen. Das Teilstück von St. Pölten nach Herzogenburg ist bereits elektrifiziert.