Erstellt am 24. Oktober 2017, 02:19

von Walter Fahrnberger

Blau-Gelb im Hohen Haus. Von den 37 Sitzen hat die VP nun zwei mehr. Weiteres Bundesmandat für Rosenberger winkt.

BMI; Grafik: Bischof/Gastegger

Das amtliche Endergebnis der Nationalratswahl hat nach Auszählung der Wahlkarten nur im Bund noch wesentliche Veränderungen gebracht. Die SPÖ holte sich Platz zwei von der FPÖ zurück. In Niederösterreich blieben die Verhältnisse gleich.

DORISMITTERER, HARTBERGER, HOCHMUTH, KELETY, MONIHART, PICASA, VUKOVITS, WEINGARTNER, ZINNER, ZVG

Hier liegt die ÖVP mit 35,5 Prozent klar in Front, gefolgt von der FPÖ. Die SPÖ ist nur Dritte. Insgesamt wählten 382.693 Bürger in Niederösterreich die ÖVP. Das sind über 72.000 mehr für die ÖVP als noch 2013. Damit stellt die NÖ-Volkspartei ein Viertel aller ÖVP-Stimmen im Bund. Auswirkungen hat das auch auf die Verteilung der insgesamt 37 Nationalratsmandate aus Niederösterreich.

Statt bisher elf stellt die VPNÖ in Zukunft 13 Abgeordnete im Hohen Haus. Neben einem Wahlkreislisten-Mandat hat die ÖVP auch ein Landeslisten-Mandat mehr. Natürlich können im Zuge der Regierungsbildungen noch Veränderungen erfolgen. Aktuell würden NÖ-Spitzenkandidat, Innenminister Wolfgang Sobotka, Finanzminister Hans Jörg Schelling und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager einziehen. Letzterer war zwar nur auf Platz fünf gereiht, rückt aber vor, nachdem Eva-Maria Himmelbauer (Landeslisten-Platz 2, Weinviertel) und die Waldviertlerin Angela Fichtinger (Landeslisten-Platz 4) über ihre Wahlkreismandate fix ins Parlament einziehen.

Sollte die ÖVP mit Sebastian Kurz erwartungsgemäß in der Regierung vertreten sein und Sobotka und Schelling wieder ein Ministeramt ausüben, hätten auch Michaela Steinacker (Platz 6) und Dorothea Schittenhelm (Platz 8) gute Chancen auf ein Mandat. Bauernbundpräsident Georg Strasser (Platz 7) ist über das Mandat im Wahlkreis Mostviertel fix im Parlament.

Zweitstärkste Kraft in NÖ sind die Freiheitlichen. Sie schicken neun NÖ-Mandatare ins Parlament, das sind um drei mehr als 2013. So schafften die Freiheitlichen erstmals auch im Waldviertel ein Direktmandat. Das wird FPÖ-NÖ-Spitzenkandidat und Parteichef Walter Rosenkranz annehmen, der nun doch auch weiter im Nationalrat bleibt und nicht bei der NÖ-Landtagswahl kandidiert.

Brosz von den Grünen wirft das Handtuch

Ein Landeslistenmandat verloren hat die SPÖ. Sie stellt nun ebenfalls neun Niederösterreicher auf Wahlkreis- und Landesebene. NÖ-Spitzenkandidatin und Noch-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid hat gegenüber der APA betont, dass sie ihr Mandat annehmen werde. Sollte die SPÖ nicht der nächsten Regierung angehören, wird es also kein Nachrücken auf der SP-Landesliste geben. Das zweite Landeslistenmandat geht an Ex-SPÖ-Landesrat Maurice Androsch.

Ebenfalls in den Nationalrat einziehen wird erneut Nikolaus Scherak von den NEOS und neu NÖ-Spitzenkandidat der Liste Pilz, Peter Kolba, aus Laab im Wald (Bezirk Mödling).

Spannend ist, welche Niederösterreicher über die Bundesliste ins Parlament einziehen werden. Maria Großbauer und Rudolf Taschner (beide ÖVP) scheinen fix, ebenso wie Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Douglas Hoyos-Trauttmansdorff (NEOS). Überraschend könnte aber auch VP-Mann Alois Rosenberger (57) aus Oed-Öhling bei Amstetten, Direktor im Francisco Josephinum Wieselburg, als 13. der Bundesliste ein Mandat erhalten. „Ja, es schaut ganz danach aus, das dem so ist“, sagt der Bildungsexperte, der aber noch die Einspruchsfristen abwarten will.

Nicht mehr dabei ist hingegen Grünen-NÖ-Spitzenkandidat Dieter Brosz. Dieser hat nach dem Ausscheiden der Grünen aus dem Parlament gleich seinen endgültigen Abschied aus der Politik bekannt gegeben.