FPÖ mit Lugar, aber ohne Rosenkranz. Barbara Rosenkranz verlässt nach 28 Jahren die FPÖ und tritt bei der Liste von Karl Schnell an. Lugar „back to the roots“.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 15. August 2017 (01:21)
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Robert Lugar kehrte vorzeitig dem Team Stronach den Rücken und ist auf Platz acht der FPÖ-Bundesliste.

Warum Robert Lugar in der Vorwoche aus dem Parlamentsklub vom Team Stronach ausgetreten war, dieser damit nur mehr vier Mitglieder zählt und somit einiges Geld und den Klubstatus verlor, war am Freitag klar. Der Perchtoldsdorfer wurde an dem Tag von Parteichef Heinz-Christian Strache als Neuzugang bei der FPÖ für die Nationalratswahl am 15. Oktober präsentiert.

Auf Platz acht der Bundesliste hat Lugar die besten Chancen, wieder als Abgeordneter in den Nationalrat einzuziehen. Ein Vorhaben, das als Einzelkämpfer mit eigener Liste nicht gelungen wäre. Die Auflösung vom Team Stronach steht ohnehin schon länger fest.

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Nach 28 Jahren bei der FPÖ tritt Barbara Rosenkranz am 15. Oktober als NÖ-Spitzenkandidatin für die Liste Schnell an.

Für den 47-jährigen Lugar, der ab 1999 bei der FPÖ in Baden aktiv war, dann zum BZÖ und 2012 zum Team Stronach wechselte, ist es eine „Rückkehr zu seiner ursprünglichen Familie“. Vor fünf Jahren scheiterte eine Rückkehr noch. Strache nannte ihn damals einen „Verräter“.

„Politisch entfremdet“ haben sich Barbara Rosenkranz und die Freiheitliche Partei, die ihrer Meinung nach keine Kontrapartei mehr ist, sondern wie das etablierte System agiert. „Deshalb mache ich nach langen Überlegungen etwas Neues.“

Pohl
Badens FPÖ-Stadtparteichefin Sonja Haberhauer folgt ihrer Freundin Barbara Rosenkranz zur Liste Schnell.

Die ehemalige FPÖ-Chefin in Niederösterreich trat nach 28 Jahren aus der Partei aus und wird nun für die „Freie Liste Österreich“ des Salzburger Ex-FPÖPolitikers Karl Schnell kandidieren – als Spitzenkandidatin in Niederösterreich. In dem Bewusstsein, dass ein Einzug in den Nationalrat „keine gemähte Wiese ist“, so Rosenkranz. Ebenfalls zur Liste von Karl Schnell wechselt Sonja Haberhauer, bisherige Stadtparteiobfrau der FPÖ Baden. Sie verlässt die Freiheitlichen nach 17 Jahren.