"Rote Städte als Vorreiter". Was sozialdemokratisch regierte Städte den Bürgern bieten, erklärten die Stadtchefs von St. Pölten, Krems, Schwechat und Amstetten. Viele Forderungen des 10-Punkte-Plans seien dort schon erfüllt, sind sie überzeugt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. September 2019 (17:24)
Lisa Röhrer
Stolz auf ihre Städte: Matthias Stadler, Karin Baier, Ursula Puchebner und Reinhard Resch.

Dass viele Forderungen des 10-Punkte-Plans - das Wahlprogramm der SPÖ Niederöterreich - bereits erfüllt werden, zeigen die größten "roten Städte" des Landes. Zumindest sind ihre Bürgermeister davon überzeugt. Was die sozialdemokratisch regierten Städte St. Pölten, Krems, Schwechat und Amstetten ihren Bürgern bieten, erklärten der Bürgermeister der Landeshauptstadt Matthias Stadler, Reinhard Resch, Karin Baier und Ursula Puchebner.

Landeshauptstadt: "Vorbildfunktion beim  Öffentlichen Verkehr"

Die Landeshauptstadt punkte, so Stadler, vor allem mit ihren Angeboten im Bereich des Wohnraums. „Die Bevölkerung St. Pöltens wächst stark und mit ihr auch die Nachfrage nach neuem Wohnraum. Es werden stets Baugründe in den besten Lagen ausgesucht“, erklärt Stadler, der darauf hinweist, dass die Stadt neben leistbaren Wohnungen auch Baurechtsgründe anbiete.

Auch bei der Aktion „Junges Wohnen“ nehme die Landeshauptstadt eine Vorreiterrolle ein: „Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit, Wohnungen anzubieten, die zum einen leistbar und zum anderen einen Start in die Eigenständigkeit ermöglichen“, meint der Stadtchef.  Auch im 10-Punkte-Paket sei die Schaffung "leistbaren Wohnraums" und damit verbunden die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Mieten und die Einführung der Widmungskategorie „Sozialer Wohnbau“ ein wichtiger Punkt.

Eine Vorbildfunktion erfülle die Landeshauptstadt auch im Bereich des Öffentlichen Verkehrs. Das LUP-Bus-Netz sei gut ausgebaut. Im Umland werde es allerdings schwieriger, hier müsse man die Verbindungen noch ausbauen. Im Bereich des Gesundheitswesens ist Stadler auf das Primärversorgungszentrum in Harland besonders stolz. 

Krems ist vor allem auf die (doppelte) Ernennung zur "zukunftsfähigsten Stadt" Österreichs stolz, meint Stadtchef Reinhard Resch. Unter die Lupe genommen wurden in dem Ranking alle 94 Bezirke und Statutarstädte Österreichs.  Krems erzielte in den vier definierten Themenbereiche (Demografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Innovation, Lebensqualität, Ärzteangebot) die besten Ergebnisse. „Das neuerliche Top-Ergebnis ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Ausschlaggebend seien die Schwerpunktsetzungen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch die Stadtentwicklungs-Projekte. 

"Unsere Lehrlinge leisten nicht nur fachlich Großartiges, es werden auch die Persönlichkeit der Jugendlichen, ihre Teamfähigkeit und Sozialkompetenzen entwickelt."Schwechats Stadtchefin Karin Baier

Schwechat könne vor allem in der Lehrlingsausbildung punkten, meint Bürgermeisterin Karin Baier. „Derzeit beschäftigen wir sieben Lehrlinge – im Verwaltungsbereich, in der Gärtnerei und am Bauhof. Unsere Lehrlinge leisten nicht nur fachlich Großartiges, es werden auch die Persönlichkeit der Jugendlichen, ihre Teamfähigkeit und Sozialkompetenzen entwickelt. Ich bin stolz auf die Leistungen unserer jungen Menschen“, sagt Baier und ergänzt, dass auch die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen von Betrieben im Gemeindegebiet von der Stadtgemeinde gefördert wird. Sie weist darauf hin, dass Schwechat auch im Rahmen der Aktion 20.000, einer Maßnahme für Langzeitarbeitslose über 50 Jahre, Jobs geschaffen habe.

„Bedingt durch die unverständlicherweise im letzten Moment abgedrehte Aktion  konnten wir statt der geplanten 55 Arbeitsplätze für arbeitslose Menschen über 50 Jahre nur jene 20 aufnehmen“, erklärt Baier. Wichtig seien ihr in Schwechat auch die Förderung von Projekten der Jugend sowie Maßnahmen für Senioren. So gebe es einen Seniorenausweis der Stadtgemeinde oder einen kostenlosen Rollstuhlverleih.

Die Modernisierung der Kinderbetreuungseinrichtungen, die Schaffung eines Bildungscampus mit dem Bau der Neuen Mittelschule, der Angliederung der Regionalmusikschule und neue Räumlichkeiten für den Musikverein, im tertiären Bildungsbereit die Zukunftsakademie Mostviertel und ein breites Angebot in der Volkshochschule sind nur einige Beispiele für die Weiterentwicklung Amstettens im Bildungsbereich. „Aktuell beschäftigen wir uns mit der Erarbeitung von Strategien und dem Ausloten von Möglichkeiten, dass Amstetten Standort eines dislozierten Fachhochschullehrganges werden kann. Ziel ist es, junge Menschen in Amstetten zu halten bzw. junge Menschen nach Amstetten bringen“, erklärt Bürgermeisterin Ursula Puchebner. 

Auch im Bereich des Klimaschutzes sei Amstetten bereits in der Vergangenheit Vorreiter gewesen, ist Puchebner überzeugt. Das Projekt „Wärme aus Abwasser“ wurde umgesetzt und Amstetten dafür zur „Europäischen Wärmepumpenhauptstadt“ gekürt.