„Zehn Beamte fehlen“. Grestens SPÖ-Vorsitzender Alfred Rammelmayr zieht auf Listenplatz vier für die SPÖ im Mostviertel in den Wahlkampf. Er fordert etwa die Stärkung des ländlichen Raums.

Von Daniela Führer. Erstellt am 14. September 2017 (04:43)
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Alfred Rammelmayr steht bei der SPÖ im Wahlkreis Mostviertel auf Listenplatz vier. Er tritt etwa für die Aufstockung von Polizeibeamten im Bezirk Scheibbs ein: „Es ist fallweise noch immer so, dass auf den Dienststellen nur ein Beamter allein Dienst verrichtet“, kritisiert er.

„Wir wollen ein zweites Mandat für das Mostviertel. Nur wenn wir stärker werden, können wir unser Programm, den Plan A, umsetzen“, erklärte Alois Schroll, Bürgermeister von Ybbs und SPÖ-Spitzenkandidat im Bezirk Melk. Sein Name steht auf Listenplatz 2 der SPÖ im Wahlkreis 3c im Mostviertel – hinter Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig aus Amstetten. Diese geht mit einem gut abgesicherten Nationalratsmandat, dem einzigen der SPÖ im Mostviertel, in den Wahlkampf. Spitzenkandidat im Bezirk Scheibbs ist wiederum Alfred Rammelmayr, Vorsitzender der SPÖ Gresten und des BSA Melk-Scheibbs. Er steht auf der Wahlkreisliste im Mostviertel für die SPÖ auf dem vierten Platz.

Beim Pressegespräch am Dienstag der Vorwoche skizzierten die SPÖ-Spitzenkandidaten der Bezirke Amstetten, Scheibbs und Melk gemeinsam mit Bundesministerin und SPÖ NÖ Spitzenkandidatin Sonja Hammerschmid die Themen, denen sie sich in der Region im Speziellen widmen wollen.

NÖN/BVZ

Alfred Rammelmayr sprach sich dabei vor allem für die Stärkung des ländlichen Raumes aus. Der Glasfasernetzausbau müsse forciert und alle Haushalte und Unternehmen mit einem Hochleistungs-Breitband-Datennetz versorgt werden. Auch beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs sieht er Handlungsbedarf: „Je weiter weg wir uns von der Westbahnstrecke befinden, desto schwieriger wird es mit Betriebsansiedelungen. Es braucht also einen massiven Ausbau der Infrastruktur und der Digitalisierung.“ Speziell kleinstrukturierte Betriebe gelte es besonders zu fördern.

Ebenso ist ihm die Sicherheit im Bezirk Scheibbs ein Anliegen. „Es fehlen im Bezirk Scheibbs zehn Beamte. Die Anzahl der Dienststellen ist zwar ausreichend, die ‚Mann/Frau stärke‘ der Polizeiinspektionen aber nicht mehr zeitgemäß. Es ist fallweise noch immer so, dass auf den Dienststellen nur ein Beamter allein Dienst verrichtet“, kritisiert Rammelmayr.

„Brauchen Ärztezentren im ländlichen Raum“

Auch im medizinischen Bereich brauche es mehr Sicherheit: „Es ist so schwierig, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen.“ Die Unterstützung der Gemeinden und niedergelassenen Ärzte im Bezirk Scheibbs bei einer Errichtung von Ärztezentren oder Primärversorungszentren ist für Rammelmayr eine wirksame Maßnahme, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Konkret fordert er auch eine Aufstockung des Pflegepersonals im Landesklinikum Scheibbs.

Darüber hinaus seien Rammelmayr als Tierarzt die Themen Tier- und Umweltschutz sowie sichere und leistbare Lebensmittel ein persönliches Anliegen. Zur transparenten Information um die Lebensmittelqualität brauche es ein einheitliches österreichisches Gütesiegel.

Wichtig sei der SPÖ auch der Ausbau von Ganztagsschulen in der Region sowie der flächendeckende Ausbau ganztägiger und hochwertiger Kinderbetreuung inklusive Rechtsanspruch darauf für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr.