Leserdiskussion: Bildung und EU im Fokus. NÖN-Leser hatten in der Vorwoche die Möglichkeit mit NEOS-Chef Matthias Strolz am Tisch zu sitzen und ihn zu seinen politischen Zielen und Vorstellungen zu befragen.

Von Magdalena Binder. Update am 05. September 2017 (08:28)

Den Auftakt zu „Mit der NÖN am Tisch“ machte NEOS-Chef Matthias Strolz. Er stellte sich vergangene Woche den Fragen von sechs NÖN-Lesern.

Relativ häufig kam die Runde auf das Thema Bildung zurück, wo gleich zu Beginn die Finanzierbarkeit angesprochen wurde. Strolz drückte hier ganz klar den Schwerpunkt im Parteienprogramm aus: „Wir sind in keinem anderen Bereich so großzügig.“ In diesem Zusammenhang betonte er sein kürzlich vorgestelltes Konzept für eine Steuerreform, das eine jährliche Senkung der Staatsausgaben um 19 Mrd. Euro vorsieht. Davon sollen 3,5 Mrd. in Bildung, Forschung und Innovation fließen.

Unternehmer Peter Gottwald aus Melk fragte Strolz nach konkreten Lösungen zum Lehrlingsrückgang. „Es ist wichtig, einen Umdenkprozess voranzutreiben“, so Strolz. Längerfristig könne man beispielsweise Branchen verbünden, wie es in Vorarlberg der Fall ist. Eine kurzfristige Lösung wäre, den Arbeitsmarkt für Flüchtlinge zu öffnen. Und es brauche mehr Praktiker in den Schulen sowie das Pflichtfach „Wirtschaft“.

Ausgiebig hat die Runde auch über das Thema EU diskutiert, wo sich Strolz für ein gemeinsames Europa mit einer dezentralen Republik und europäischen Parteien bekannte. Europa soll sich um Sicherheit, Außenpolitik und gemeinsames Asylwesen kümmern. Auf die Frage, wie sich Österreich als militärischer Standort weiterentwickeln soll, waren sich Konrad Köck und NEOS-Chef einig – man müsse in Richtung einer „Europäischen Armee“ gehen.

Großes Thema waren auch die Steuern. Josef Wildburger übte Kritik, dass von einer Gehaltserhöhung immer der Staat am meisten profitiere. Strolz dazu: „Wir brauchen neue Kräfte in der Regierung, anders wird es nicht gehen.“ Besonders Kritik übte der NEOS-Chef bei der kürzlich von der Regierung beschlossenen Erhöhung der kleinen Pensionen, dies sei „unehrlich und verantwortungslos“.