Erstellt am 15. Oktober 2017, 17:45

von APA Red

Hochrechnungen: VP als Sieger, Kleine müssen zittern. Die Wahl ist geschlagen und die ÖVP dürfte wie erwartet stärkste Partei werden.

Sebastian Kurz wird wohl den Kanzleranspruch stellen  |  APA

In den Detailzahlen liegen die kurz nach Wahlschluss veröffentlichten ersten Hochrechnungen aber noch auseinander. Gemeinsam ist den Berechnungen von ARGE Wahlen (für APA) und von SORA (für ORF), dass sie die ÖVP an erster Stelle sehen. Laut ARGE Wahlen kann die ÖVP mit 31 Prozent rechnen, laut SORA mit 30,5 Prozent.

Die FPÖ liegt in beiden Hochrechnungen vor der SPÖ - das wäre eine Premiere bei einer Nationalratswahl. Während der Abstand bei der ARGE Wahlen recht deutlich ist - die FPÖ kommt auf 27,6 Prozent, die SPÖ auf 25,5 - liegen Blau und Rot bei SORA näher beieinander: Hier kommt die FPÖ nur auf 26,8 Prozent, die SPÖ auf 26,2 Prozent.

Die erwartet schwere Niederlage bringt die Wahl für die Grünen - beide Hochrechnungen sehen die Partei nur knapp im Parlament: Bei ARGE Wahlen liegen die Grünen auf 4,2 Prozent, bei SORA auf 4,7 Prozent. Die Liste des Ex-Grünen Peter Pilz schafft laut SORA ebenfalls nur knapp den Einzug (4,3 Prozent), die Hochrechnung von ARGE Wahlen sieht Pilz mit 3,2 Prozentpunkten unter der Vier-Prozent-Hürde für den Nationalrat.

Besser geschlagen haben sich den ersten Hochrechnungen zufolge die NEOS: Sie erreichen bei ARGE Wahlen 5,8 Prozent, bei SORA 5,3 Prozent. Beide Hochrechnungen weisen noch Schwankungsbreiten von knapp über zwei Prozentpunkten aus. Ausgezählt war gegen 17.30 Uhr knapp die Hälfte der Stimmen.

Sebastian Kurz und die ÖVP haben also wie erwartet die Nationalratswahl für sich entschieden. Platz zwei ging vermutlich an überraschend starke Freiheitliche. Abgewählt wurde die SPÖ von Kanzler Christian Kern, die das historisch schwächste Ergebnis erzielen könnte. Wieder im Nationalrat sind die NEOS, die Grünen stürzen ab, bleiben aber wohl im Parlament, während Peter Pilz zittern muss.

Laut den aktuellen Hochrechnungen überspringt die ÖVP knapp die 30-Prozent-Marke und hält Respektabstand auf die Freiheitlichen, für die rund 27 Prozent ausgewertet wurden. Die SPÖ liegt zwischen 25 und 26 Prozent. Leicht zulegen dürften die NEOS, die zwischen fünf und sechs Prozent liegen. Wahlverlierer sind die Grünen, die aber mit vier bis fünf Prozent wieder im Nationalrat vertreten sein sollten. Die Liste Pilz ist bei der ARGE Wahlen gescheitert, bei SORA drin.

Die gegenwärtigen Hochrechnungen legen nahe, dass Sebastian Kurz neuer Bundeskanzler wird. Entsprechend frenetisch wurde das sich abzeichnende Resultat in der Parteizentrale bejubelt.

Für die SPÖ droht das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Es wäre auch eine Premiere, wenn die Sozialdemokraten nur auf Rang drei landen. Die Option von Rot-Blau ist dahin, auch eine Junior-Partnerschaft unter der ÖVP ist mehr als unwahrscheinlich. Wie schon nach der Wahl 1999 und jener 2002 droht der Gang in die Opposition.

Die Ergebnisse der Kleinparteien sind noch mit dem größten Unsicherheitsfaktor belastet. Die NEOS könnten aber die fünf Prozent von vor vier Jahren leicht ausbauen, während sich die Grünen fast dritteln. Peter Pilz wird möglicherweise bis zur Vorlage des Wahlkartenergebnisses am Donnerstag warten müssen, ob es für seinen persönlichen Wiedereinzug reicht. Die anderen Bewerber blieben chancenlos.

Trotz Prachtwetters dürfte die Wahlbeteiligung gestiegen sein. Sie soll bei knapp 80 Prozent liegen.