Düringer erklärt G!LT zum neuen "Demokratieprojekt". Spaß oder Ernst? Diese Grundfrage schwebt seit der Gründung 2016 über Roland Düringers Parteienprojekt G!LT. Am Freitag hat der Kabarettist die Frage beantwortet - zumindest ein wenig.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 18. August 2017 (11:18)

Nachdem er zur "Beendigung des Kunstprojekts Meine Stimme G!LT" geladen hatte, verkündete in einer Pressekonferenz die "Transformation von einem Kunstprojekt zu einem Demokratieprojekt".

Schließlich habe man mit 4.500 Unterstützungserklärungen die notwendige Zahl für den Antritt bei der Nationalratswahl am 15. Oktober weit übertroffen und eingereicht. Damit sehe er sich als "Ideengeber" des Projekts vor neuen Fragestellungen, unterstrich Düringer. Er sei mit G!LT gestartet, um aus ungültigen Stimmen gültige Stimmen zu machen. Was dann im Konkreten mit etwaigen Kandidaten und bei einem Parlamentseinzug passiere, darüber habe er damals nicht nachgedacht: "Das Komplizierteste, das ich je in meinem Leben gemacht habe, ist das Projekt G!LT."

Kabarettist: "Ich bin nicht mehr wichtig"

Insofern habe er sich nun Profis an Bord geholt, darunter den ehemaligen Stronach- und mittlerweile freien Landtagsabgeordneten Walter Naderer aus Niederösterreich, der bei der Kandidatenvorauswahl geholfen habe - hätten sich doch rund 1.000 Personen für die G!LT-Liste gemeldet. Jeder habe wertschätzend erkannt, ob er geeignet oder nicht geeignet sei, umriss Naderer den Prozess. An dessen Ende soll heute Nachmittag die Verlosung der Bundesliste stehen, kündigte Düringer an. Ziel sei ein repräsentativer Querschnitt aus Mann-Frau, Jung-Alt, Stadt-Land oder Arm-Reich: "Unsere Kandidaten haben nicht viel zu tun - außer die Bevölkerung zu vertreten."

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Spaß oder Ernst?

Er selbst sehe sich lediglich als Taxler für die Reise von unten nach oben ins Hohe Haus. Sei dieses Ziel erreicht, sei seine Aufgabe praktisch erfüllt: "Ich bin nicht mehr wichtig." Allerdings bleibe er weiterhin das Gesicht der Bewegung und kandiere aus Solidarität in Kärnten - "weil über die Kärntner so schlecht geredet wurde in letzter Zeit". Er unterstreiche damit aber auch, dass es bei G!LT nicht um einen Werbegag gehe: "Mir ist das wirklich ein Anliegen."

"Österreich brauchte moderne Form der direkten Demokratie"

Dazu wende man sich dem Konzept der offenen Demokratie zu, für das Düringer den als "Zukunftsforscher" postulierten ehemaligen Telering-Chef Hubertus Hofkirchner als Kopf gewonnen hat. Ziel sei die Schaffung von Bürgerparlamenten, die ebenfalls repräsentativ und nicht durch Berufspolitiker zusammengesetzt seien.

"Wir von G!LT glauben, dass Österreich eine moderne Form der direkten Demokratie braucht", so Hofkirchner: "In fünf oder zehn Jahren wird Ihnen das heutige Parteiensystem als absurd erscheinen." Im Zentrum stehe stattdessen die Aktivierung der Bevölkerung: "Es ist egal, ob Sie G!LT Ihre Stimme geben - wir geben Ihnen auf jeden Fall Ihre." Für die Wahlkampagne werde man ein Gesamtbudget von 200.000 Euro nicht überschreiten, wobei man bis dato 30.000 Euro investiert habe.

Bleibt am Ende also immer noch die Frage: Spaß oder Ernst? "Es ist immer noch beides - das ist immer davon abhängig, von welcher Seite aus man es betrachtet", so Düringer: "Nicht ich bin der, der verarscht - schauen sie sich die Pressemeldungen aus den Parteizentralen an."

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