NEOS wollen 100 Gemeinderäte. Ansage | NEOS gründen im Mai ihr Landesteam. Hohe Wahlziele für das Jahr 2015 in NÖ.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 16. März 2014 (19:19)
NOEN, Foto: Kiefer
Nikolaus Scherak
Von Martin Gebhart

Bislang war von den NEOS in Niederösterreich wenig zu spüren gewesen. Sieht man vom Konflikt um das Promotionsrecht für die Donau-Universität in Krems ab. Jetzt – vor allem auch nach dem Wahlerfolg in der Stadt Salzburg vor rund einer Woche – soll NÖ ins Visier genommen werden. Noch im Mai wird ein Landesteam aufgestellt, für die Gemeinderatswahl im Jahr 2015 hat man sich ein hohes Ziel gesteckt: Zumindest in 60 Gemeinden will man mit rund 100 Gemeinderäten vertreten sein, so der Landessprecher der NEOS, Nationalratsabgeordneter Nikolaus Scherak.

„Bei uns funktioniert das auf anderen Ebenen wie bei den anderen Landesparteien.“ NEOS-Landessprecher Nikolaus Scherak über den Aufbau der Partei in Niederösterreich

Vorerst jedoch gilt es, eine Landesorganisation aufzubauen. Ein Stichtag dafür ist der 10. Mai, wo in der Burg Perchtoldsdorf eine Landesmitgliederversammlung stattfindet. Dort wird das Landesteam gewählt, das künftig den Kontakt zu den Regionalverantwortlichen halten soll. Diesen Regionalen stünde aber nicht automatisch eine politische Funktion zu, so Scherak: „Bei uns funktioniert das auf anderen Ebenen wie bei den anderen Landesparteien.“

Die Regionalsprecher sind auch nicht auf Bezirke, sondern auf Regionen fixiert. Sobald es finanziell möglich ist, wird auch eine Landeszentrale in St. Pölten eingerichtet, vorerst läuft alles über Wien.
Nikolaus Scherak erklärte gegenüber der NÖN, dass man bereits 17 Regionalkoordinatoren rekrutiert habe. „Wir haben faktisch ganz Niederösterreich abgedeckt“, so Scherak. Diese Koordinatoren werden nicht gewählt, sondern vom Landesteam bestellt. Bis zum 10. Mai besteht das Landesteam aus Scherak und dem Waldviertler Joseph Kapherr, einem Student, der als Landeskoordinator agiert. Als Einziger – mit 20 Stunden – Angestellter für NÖ.

„Bin entspannt, wenn ich sehe, welche Linie die NEOS fahren. Wir werden uns ihrem Stil offensiv stellen.“ ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner

Bei den Gemeinderatswahlen wollen die NEOS vor allem in jenen Bereichen antreten, wo sie auch schon bei der Nationalratswahl stark waren. Das ist vor allem der Speckgürtel rund um Wien und das Südbahngebiet. Scherak: „Wo wir Leute haben, werden wir antreten.“

Bei den Parteien im Land wird die Ansage der NEOS vorerst gelassen aufgenommen. FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl sieht seine Partei überhaupt nicht betroffen. Waldhäusl: „Das sind eher unsere Verbündeten, weil sie der ÖVP und den Grünen Stimmen wegnehmen.“ Die Grünen sehen sie als Mitbewerber, „wie alle anderen“. Helga Krismer-Huber: „Wir vertrauen darauf, dass die Wählerinnen und Wähler wissen, dass nur dort grün drinnen ist, wo auch grün draufsteht.“


Entspannt gibt sich auch VP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner, „vor allem, wenn ich sehe, welche Linie sie fahren“. Etwa gegen das Promotionsrecht für die Donau-Uni oder das „Kuckuck-Kleben“ im Parlament. Aber: Man werde sich den NEOS und ihrem Stil offensiv stellen. Und: „Es gibt keine andere Partei, deren Funktionäre in der Bevölkerung so stark verankert sind. Die ÖVP-Funktionäre haben fünf Jahre hart gearbeitet und tauchen nicht nur bei einer Wahl auf.“