NEOS wollen Bildung in NÖ von Grund auf erneuern. Der Blick auf das Land bezüglich Bildungsfragen zeige, heißt es bei den NEOS, dass das Bildungssystem im Land von Grund auf erneuert werden müsse. Für "Problemschulen" fordert man 50 Millionen Euro extra.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 23. September 2019 (14:19)
Helmut Brandstätter und Landessprecherin Indra Collini sind schockiert über den Zustand vieler Schulen in Niederösterreich.
NEOS

Die Antwort auf eine parlamentarische Antwort der NEOS hat ergeben, dass Schülerinnen und Schüler an mehr als an 500 Schulen in Österreich bei den Bildungsstandard-Überprüfungen schlecht abgeschnitten haben. Die meisten dieser Schulen, so NEOS-Landessprecherin Indra Collini, nämlich 111, seien in NÖ. Bundeslistenzweiter Helmut Brandstätter zeigt sich angesichts dieser Zahlen schockiert: "Wie kann man in Kauf nehmen, dass vier von zehn Kindern weder ausreichend lesen noch rechnen können?" Das Bildungssystem in NÖ müsse grundlegend erneuert werden, heißt es bei den NEOS.

Schulen sollen gläsern werden

Um dem Problem Herr zu werden, will man vonseiten der NEOS den "Bildungswettbewerb unter den Schulen stärken und durch eine landesweite Datenerhebung vor allem Problemschulen in Niederösterreich wieder auf die Beine helfen". Als Vorbild nimmt man sich die "London School Challenge". Studien haben gezeigt, dass durch die diese Aktion in England zur Verbesserung von Schülerergebnissen geführt hat.

Schulen in Zukunft autonom?

Die Daten darüber, wie die Schulen des Landes abschneiden, will Collini öffentlich zugängig machen. Anhand der laufend erhobenen Daten könnten für jede Schule die richtigen Maßnahmen festgelegt werden. „Da ist in der einen Schule vielleicht mehr Unterstützungspersonal für den Deutschunterricht, in der anderen die Einsetzung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern notwendig und in der dritten Schule braucht es vielleicht bauliche Maßnahmen“, so die Landessprecherin. Voraussetzung dafür sei jedenfalls, dass jeder Schulstandort autonom agieren und gewisse Freiheiten genießen könne. Für die Maßnahmen, fordere man zusätzliche 50 Millionen Euro, um die Schulen unterstützen zu können.

Brandstätter spricht von "gläsernen Schulen". Es könne nur besser werden, wenn der Ist-Zustand erhoben wird, also wie jede einzelne Schule bei gewissen Kriterien abschneidet. Eine standardisierte Datenerhebung sei für die Vergleichbarkeit der Schulen unabdingbar, wie die London School Challenge zeige, so Brandstätter.

Es soll außerdem Pionierschulen geben, die als Vorbild für andere Bildungseinrichtungen dienen.  Collini verspreche sich mit Blick auf Best-Practice-Beispiele aus anderen Ländern eine deutliche Steigung der Bildungsstandards.