Trockenheit und Borkenkäfer: Heimische Wälder in Gefahr

Erstellt am 20. April 2020 | 18:34
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Johannes Schmuckenschlager und Stephan Pernkopf fordern einen Pakt zur Rettung des Waldes, Felix Montecuccoli, die Waldbesitzer Markus Hoyos und Franz Fischer unterstützen die Initiative.
Foto: privat
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landwirtschaftskammer-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager forderten bei einem Lokalaugenschein in Pyhra bei St. Pölten den Schulterschluss von Gesellschaft und Industrie in einem Pakt zur Rettung des Waldes.
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„Unser Wald ist in Gefahr! Wärme und Trockenheit begünstigen die Vermehrung der Borkenkäfer, die auch heuer wieder Millionen Festmeter schädigen werden. Es braucht daher einen Pakt zur Rettung des Waldes, denn die Situation ist mehr als ernst", schlagen Pernkopf und Schmuckenschlager Alarm.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass es bereits in den vergangenen Jahren massive Probleme in unseren Wäldern gab. So fielen alleine dem Borkenkäfer im Vorjahr rund 2,2 Millionen Festmeter zum Opfer. Insgesamt mussten in den letzten Jahren rund 20.000 Hektar Waldflächen abgeholzt werden, mehr als die Hälfte davon im Waldviertel. Pernkopf:

„Für Wiederaufforstungen mit klimafitten Baumarten und die Anlage von Nasslagerplätzen wurden bereits rund 9 Millionen Euro Unterstützung bereitgestellt. Wir brauchen gesunde Wälder, sie sind unsere Sauerstoffproduzenten und Klimaschützer.“ Schmuckenschlager ergänzt:

„Der Verlust für unsere Betriebe ist immens, sie verlieren in wenigen Monaten ganze Waldbestände, die über Generationen wachsen konnten. Die Waldbesitzer sind sehr gewissenhaft bei der Aufarbeitung des Schadholzes und der Waldpflege, aber das frische Holz muss von der Sägeindustrie auch rasch aus dem Wald gebracht und verarbeitet werden, um die Schädigung durch den Borkenkäfer eindämmen zu können.“ 

Pernkopf kritisiert, dass gerade in dieser angespannten Situation manche Sägeindustrie-Betriebe nicht auf heimisches Holz setzen, sondern große Mengen aus dem Ausland importieren: "Das bedeutet nicht nur weniger Abnahme und weniger Lagerkapazität für heimisches Holz, sondern auch vermehrte Lkw-Transporte durch Niederösterreich.“  Er fordert deshalb gemeinsam mit Schmuckenschlager, dass die heimische Säge- und Zellstoffindustrie die Importe deutlich reduziert und mehr heimisches Holz kauft: „Unsere Waldbauern brauchen Unterstützung und unsere Wälder brauchen Schutz.“  

Felix Montecuccoli und Markus Hoyos vom Verband der Land- und Forstbetriebe Österreichs begrüßen den Vorstoß von Pernkopf und Schmuckenschlager:  „Es braucht einen nationalen Schulterschluss, denn die Wälder sind in Gefahr. Wir wollen eine starke Holzindustrie, die vorrangig heimisches Holz verarbeitet, und eine nachhaltige Forstwirtschaft." Denn nur gemeinsam könne die Gesellschaft die Wälder für nachfolgende Generationen erhalten, als Sauerstoffproduzenten und als Antwort auf den Klimawandel. Und Waldverbandsobmann Franz Fischer ergänzt: „Der Schaden ist enorm, er trifft aber nicht nur die Besitzer, sondern die gesamte Gesellschaft, denn der Wald ist Wasserspeicher, sorgt für saubere Luft und kühlt das Klima."