Erstellt am 11. Mai 2015, 09:40

von Martin Gebhart und Anita Kiefer

Tillmann Fuchs: Neustart mit Hindernissen. Tillmann Fuchs soll der zurückgetretenen Landesrätin Elisabeth Kaufmann- Bruckberger nachfolgen. Die Art der Bestellung hat die gespaltene "Liste Frank" nicht geeint.

Tillmann Fuchs  |  NOEN, Franz Gleiß
Zuerst hatte man sich lange Zeit gelassen, dann musste alles überfallsartig passieren: Am vergangenen Dienstag präsentierte der Landtagsklub „Liste Frank“ den ehemaligen Wahlmanager von Frank Stronach, Tillmann Fuchs, als Nachfolger der zurückgetretenen Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger ( NÖN.at berichtete ). So plötzlich, dass nicht einmal mehr Zeit war, die Unterschriften aller Klubmitglieder unter den diesbezüglichen Antrag an die Landtagsdirektion zu setzen. Dabei war die Eile unbegründet, weil Fuchs erst am 21. Mai im Landtag angelobt werden wird.

Fuchs will "ein Team schmieden“

Der künftige Landesrat – Sohn des Künstlers Ernst Fuchs und ehemaliger ATV-Manager, ehe er in die Dienste von Frank Stronach getreten war – positionierte sich bei seiner ersten Pressekonferenz als integrativer Faktor für die Liste Frank. Sprich: Er will für den Klub, in dem das Team NÖ und das Team Stronach sowie der parteilose Walter Naderer vereint sind, eine gemeinsame Linie erreichen. Fuchs: „Ich will mithelfen, aus den fünf Abgeordneten ein Team zu schmieden.“

Ein Vorhaben, das ihm nach der Vorgangsweise in der Vorwoche wohl sehr schwer gelingen wird. Team-Stronach-Landesobfrau Renate Heiser-Fischer nahm die Nominierung von Fuchs zwar offiziell zur Kenntnis. Dennoch ist man schwer verärgert, wie zu hören war. Erstens war ausgemacht gewesen, dass man gemeinsam am Freitag die Nachfolge entscheidet.

Zweitens hatte Heiser-Fischer von Tillmann Fuchs durch ein Telefonat zu einem Zeitpunkt erfahren, als die diesbezügliche Agenturmeldung bereits abgesetzt war. Drittens hat Tillmann Fuchs im Team Stronach nicht nur Freunde. Immerhin hatte er Frank Stronach nach dem Ausscheiden als Wahlkampfmanager auf eine Anstellung geklagt.

Viertens wird es der Klubführung und dem Klubdirektor angelastet, dass nicht alle Abgeordneten den Antrag unterschrieben haben. Klubobmann Ernest Gabmann sowie die Abgeordneten Gabriele Von Gimborn und Herbert Machacek haben unterschrieben, Walter Naderer und Walter Laki fehlen. Wobei beide danach betonten, dass sie zu Tillmann Fuchs stehen. Und fünftens hält sich im Team Stronach das Gerücht, dass bei der Bestellung von Fuchs auch Ex-Landesrätin Kaufmann-Bruckberger die Finger im Spiel gehabt haben soll.

Klubname könnte  geändert werden

Im Klub wurde auch bereits diskutiert, dass der Klubname geändert werden könnte, womit der Name „Frank“ verschwinden würde. Gabmann dazu: „Die überwiegende Mehrheit der Klubmitglieder will das.“ Weiters tauchte das Gerücht auf, dass Walter Laki aus dem Klub austreten will. Er dementierte gegenüber der NÖN. Gabmann, dem das Gerücht ebenfalls zu Ohren gekommen ist, will deswegen „ein persönliches Gespräch“ mit Laki führen.