NÖN-Leser reden mit: Diskussion mit Landeshauptfrau. Johanna Mikl-Leitner stand in der Redaktion der Mödlinger NÖN ihren Landsleuten Rede und Antwort. Das neue NÖN-Format kam sehr gut an.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. Oktober 2018 (08:16)

Friedrich Dungl, Geschäftsführer der NÖ Pressehaus Druck- und Verlags GmbH, zeigte sich von der Umsetzung der Idee, eine Diskussionsrunde zu veranstalten, begeistert. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Leserwünsche direkt an die politisch Verantwortlichen heranzutragen.“ In diesem Fall an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ÖVP, die in der Redaktion der Mödlinger NÖN Antworten parat hatte und Unterstützung anbot. NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger fungierte als Moderator.

Martin Wannemacher aus Bockfließ (Bezirk Mistelbach) brannte als Wien-Pendler eine Frage unter den Fingernägeln: „Wann kommt endlich der Lobautunnel, wird der wirklich was, man hört nichts mehr?“ Mikl-Leitner bekräftigte, dass es „entsprechendes Einvernehmen mit Wien gibt. Der Tunnel wird kommen“.

Worte, die auch Helmut Pulai aus Matzen-Raggendorf (Bezirk Gänserndorf) gerne hörte. „Das Verkehrsaufkommen nimmt deutlich zu. Ich vermisse aber auch entsprechende Polizeikontrollen“, merkte Pulai an. „Wir werden ihr Anliegen der Landespolizeidirektion weiterleiten“, erwiderte Mikl-Leitner.

Die Landeshauptfrau war von der fast 90-minütigen Diskussion sehr angetan: „Das ist genau das, was wir wollen. Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt.“ Dungl und Lohninger bedankten sich bei Mikl-Leitner und den Teilnehmern „für ihr Engagement und ihre Zeit“

Auch Karl Schrattenholzer aus Biedermannsdorf (Bezirk Mödling) mahnte Lösungen ein, um die Verkehrsproblematik in den Griff zu bekommen. „Der Verkehr auf der A2 und der A3 wird immer ärger, immer mehr Fahrzeuge weichen auch durch unsere Gemeinde aus. Da muss etwas geschehen.“

Ebenfalls ein Verkehrsthema lag Johann Spindler aus Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) am Herzen: „Überall auf Stadtautobahnen gilt Tempo 80. Warum nicht auch auf der A2 bei uns? Wir haben 200.000 Fahrzeuge täglich – doppelt so viele wie am Brenner.“

Anton Langegger lebt mit seiner Frau in einer „Betreutes Wohnen“-Unterkunft in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) und ärgert sich, dass er monatlich für ein Betreuungspaket zahlen muss. Mikl-Leitner hakte sofort nach: „Betreutes Wohnen ist eigentlich für Ehepaare im Alter gedacht, dafür gibt’s auch Förderungen vom Land. Wir werden uns genau ansehen, was da Sache ist.“

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Chefredakteur Daniel Lohninger.

Elisabeth Dechant aus Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) appellierte, dem Geschäftssterben in den Gemeindezentren nicht länger zuzusehen: „Wie kommen wir Pensionisten zu den Supermärkten am Ortsrand?“ Mikl-Leitner zeigte Verständnis, machte aber allgemein deutlich: „Wenn ich einen Nahversorger habe, dann muss ich auch hingehen.“

Norbert Russwurm aus Gresten (Bezirk Scheibbs) wünscht sich, dass gewerbliche Angelegenheit, Ausschreibungen vom Land sinnvoller gestaltet, Richtlinien verbessert werden. In seinem Fall geht es um Rekultivierung und Schaffung von Schottergruben.

Rudolf Ster aus Fischamend (Bezirk Bruck/Leitha) bat als Obmann der „Interessensgemeinschaft Luftfahrt“ um Unterstützung. Man wolle „als Tourismus-Projekt der Ost-Region die historische Luftschiffhalle wieder erstehen lassen“. Die Kulturabteilung werde sich melden, versprach Mikl-Leitner.

Justus Hoblik aus Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) vermisste unter anderem in der aktuellen Medienfreiheit-Debatte rund um FP-Innenminister Herbert Kickl eine deutliche Abgrenzung der ÖVP. „In einer Koalition passieren auch Dinge, die einem nicht gefallen. Wir diskutieren das in Ruhe aus, nicht in der Öffentlichkeit“, betonte Mikl-Leitner.

Alois Kadi aus Mödling nützte die Gelegenheit, um Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner von Problemen zu berichten, die seine Tochter mit einer Genossenschaft habe. „Der Index darf nicht verrechnet werden.“ Seit 2004 werde aber ein entsprechender Betrag abgezogen: „Wir reden da schon von 35.000 Euro“, ärgerte sich Kadi. Mikl-Leitner schlug vor, damit den „Mieter und Wohnungseigentümerbund“ zu konfrontieren.