Neutralität ist wichtig. Für 68 Prozent der NÖN-Leser ist der 26. Oktober, trotz geringer werdenden Interesses, auch heute noch bedeutsam.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 27. Oktober 2014 (06:26)
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Dass die meisten Österreicher am 26. Oktober nicht arbeiten müssen, ist zwar weitgehend bekannt. Warum der Nationalfeiertag aber überhaupt begangen wird, wissen schon weniger. Ist der Feiertag überhaupt noch zeitgemäß?

Auch der Horner Stadthistoriker Erich Rabl sieht die Gefahr, dass die Bedeutung des besonderen Tages in der Bevölkerung verloren geht. Es gibt zwar Events, aber diese haben mit dem eigentlichen Thema nichts mehr zu tun. „Das sind Sport- oder Wanderveranstaltungen, daher besuche ich sie auch nicht.“

In Amstetten werden am Feiertag ebenfalls Fitmärsche veranstaltet. Ob dabei der Grundgedanke des Nationalfeiertages im Vordergrund stehe, ist für Amstettens SP-Bürgermeisterin Ursula Puchebner fraglich. „Als Politikerin sehe ich es als klaren Auftrag an, gerade in Zeiten, in denen man täglich mit Kriegsberichterstattungen konfrontiert ist, die Bedeutung der Neu tralität besonders hervorzuheben, damit das Bewusstsein geschärft wird“, so Puchebner.

"Mit Irrglauben aufräumen"

Für den Direktor des BG/BRG Klosterneuburg Robert Donner, der selber Geschichte unterrichtet, bietet der Nationalfeiertag eine Möglichkeit, mit einem Irrglauben aufzuräumen: „Keiner kennt mehr die eigentliche Bedeutung des Nationalfeiertages. Es wird ja immer noch geglaubt, wir feiern an dem Tag den Abzug des letzten Soldaten aus Österreich. Das stimmt aber nicht, wir gedenken des Beschlusses des Nationalrates, unter anderem über die immerwährende Neutralität.“

Obwohl das Interesse an diversen Veranstaltungen weniger wird und sich die meisten vor allem deshalb auf den 26. Oktober freuen, weil er arbeitsfrei ist, halten 68 Prozent der NÖN-Leser die geschichtliche Bedeutung des Staatsfeiertages sehr wohl für wichtig. Unbedeutend ist der 26. Oktober heutzutage für 32 Prozent der NÖN-Leser.