Nicht alle halten sich an Kindergartenpflicht. Seit spätestens vergangenem September müssen fünfjährige Kinder verpflichtend einen Kindergarten besuchen - nicht alle Eltern halten sich aber daran, wie ein Rundruf der APA in den Bundesländern ergab. Immer wieder werden säumige Eltern mit Geldstrafen belegt. Die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, wird allerdings auch angenommen.

Erstellt am 28. August 2011 (15:42)

Seit spätestens vergangenem September müssen fünfjährige Kinder verpflichtend einen Kindergarten besuchen - nicht alle Eltern halten sich aber daran, wie ein Rundruf der APA in den Bundesländern ergab. Immer wieder werden säumige Eltern mit Geldstrafen belegt. Die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, wird allerdings auch angenommen.

In der Steiermark waren im Vorjahr 10.763 Fünfjährige für den verpflichtenden Kindergartenbesuch registriert. 40 Kinder besuchten trotzdem keine Einrichtung. Bei 25 dieser Kinder wurden Ausnahmegründe geltend gemacht, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Grossmann. Gegen die Eltern der weiteren 15 Kinder wurden Strafverfahren eingeleitet. Gemäß dem steirischen Gesetz drohen Geldstrafen bis zu 220 Euro.

In Wien sei gegen 59 Eltern ein Verwaltungsverfahren eingeleitet worden, hieß es im Büro des zuständigen Stadtrats Oxonitsch. Auch sie müssen mit Strafen bis zu 220 Euro rechnen. Insgesamt sind 16.000 Kinder besuchspflichtig. Manche säumige Eltern haben laut Rathaus nicht über die Kindergartenpflicht Bescheid gewusst. Es gebe jedoch auch Fälle, wo die Weigerung ideologische Gründe habe.

In Kärnten, wo das verpflichtende Kindergartenjahr bereits im September 2008 eingeführt wurde, liegt die Quote bei fast 100 Prozent.

In Oberösterreich ist die Kindergartenpflicht am 1. September 2009 eingeführt worden. In bisher 20 Verfahren wurde 15 mal bestraft und dreimal eingestellt. Zwei Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

In Niederösterreich waren im vergangenen Kindergartenjahr rund 14.500 Kinder von der Pflicht betroffen. Probleme bei der Durchsetzung habe es nicht gegeben, da bereits vor der Verpflichtung 98 Prozent der Fünfjährigen einen Kindergarten besucht hätten, hieß es auf Anfrage in der zuständigen Abteilung der Landesregierung. In fünf Fällen wurden die Kleinen von den Eltern nicht in die Einrichtung geschickt.

Keine Probleme ortet auch Vorarlbergs zuständiger Landesrat Siegi Stemer. Von den knapp unter 4.000 Fünfjährigen im vergangenen Kindergartenjahr besuchten lediglich "ein bis zwei Dutzend"über eine Ausnahmegenehmigung den Kindergarten nicht.

Im Burgenland hat es im Vorjahr laut Auskunft des Büros von Landesrätin Resetar zwei Ansuchen für eine Ausnahme von der Kindergartenpflicht gegeben, die beide bewilligt worden seien. In einem Fall, wo der Kindergarten nicht besucht wurde, sei ein Verfahren anhängig.

97,6 Prozent der Fünfjährigen in Tirol besuchen laut zuständiger Bildungs-LR Palfrader einen Kindergarten. Anzeigen gegen Eltern, die ihre Fünfjährigen nicht in den Kindergarten schickten, gab es keine. Für 180 Kinder seien Ausnahmegenehmigungen beantragt worden, die alle genehmigt worden seien.

In Salzburg betraf die Regelung im vergangenen Kindergartenjahr 5.039 Kinder, im Büro der zuständigen Landesrätin Widmann ist kein Fall eines "Schwänzers" bekannt.