2200 kranke Schweine landeten nicht am Tisch. In Niederösterreich wurde im Vorjahr eine Million Schweine geschlachtet. Ein Teil davon war laut Gesundheitsministerium nicht zum Essen geeignet.

Erstellt am 05. Juni 2018 (10:26)
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Symbolbild

Wenn Schweinefleisch nicht für Menschen genießbar ist, dann wird es aus dem Verkehr gezogen. In Niederösterreich wurden im vergangenen Jahr 2262 Schweine geschlachtet, die „genussuntauglich“ waren. Das gibt Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) in einer der NÖN vorliegenden Antwort auf eine parlamentarischen Antwort des eben mit Ende Mai zurückgetretenen niederösterreichischen Nationalratsabgeordneten Peter Kolba (Liste Pilz) bekannt. Er war für Konsumentenschutz zuständig.

Hintergrund seiner Fragen sind der Einsatz von Medikamenten in der Schweinezucht und die Erkrankungen von Tieren. Dazu muss die Gesundheitsministerin allerdings bei ihrer Auskunft passen. „Von amtlicher Seite werden keine Aufzeichnungen beziehungsweise Statistiken über die Art und Dauer von Erkrankungen von Schweinen geführt“, teilte Hartinger-Klein schriftlich mit.

5,1 Millionen Schweine wurden in Österreich im Vorjahr geschlachtet

Was die Untersuchungen bei offiziell geschlachteten Schweinen betrifft, kann die Ressortchefin jedoch auf Daten der Statistik Austria zurückgreifen. Demnach wird allein in Niederösterreich gut eine Million Schweine geschlachtet. Niederösterreich liegt damit im Bundesländervergleich hinter Oberösterreich und der Steiermark mit jeweils rund 1,9 Millionen geschlachteten Schweinen auf Platz drei. In ganz Österreich kommen etwa 5,124 Millionen Säue in die Schlachthöfe.

Offensichtlich erkrankte Tiere dürfen gar nicht zur Schlachtung gebracht werden. Es gab im Vorjahr insgesamt aber daneben noch knapp 10.000 Schweine, die geschlachtet wurden, aber später nicht zum Essen auf den Tisch kamen, weil sie als „genussuntauglich“ eingestuft wurden. Von diesen bundesweit 9971 Schweinen kamen 2262 aus Schlachtungen in Niederösterreich. Bei 213 davon handelte es sich laut Gesundheitsministerin um Zuchtsauen.

281 Tierarzneimittel sind für Schweine in Österreich zugelassen

Hartinger-Klein beruhigt zugleich bezüglich des Einsatzes von Medikamenten in den heimischen Schweinemastbetrieben. Sowohl der behandelnde Tierarzt als auch der Bauer seien verpflichtet, Aufzeichnungen über die verwendeten Medikamente zu führen. Das werde im Rahmen amtlicher Kontrollen regelmäßig überprüft, versicherte die Ressortchefin in der Antwort an Kolba. Immerhin 281 Tierarzneimittel sind in Österreich für Schweine offiziell zugelassen.