Bernhuber: "Medikamenten-Engpässe sind inakzeptabel". In Österreich sind aktuell 400 Arzneimittel nicht lieferbar. ÖVP-Europa-Abgeordneter macht sich dafür stark, dass Produktion innerhalb der EU gestärkt wird.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. September 2020 (17:40)
Alexander Bernhuber
VP NÖ

Aktuell sind in Österreich rund 400 Medikamente nicht lieferbar. Laut Apothekerkammer gibt es in fast allen Fällen wirkstoffgleichen Ersatz. Für den Gesundheitssprecher der ÖVP-Delegation im Europa-Parlament, Alexander Bernhuber, ist die Situation dennoch alarmierend. 

Das EU-Parlament forderte die Kommission am Donnerstag mittels Bericht auf, Engpässe bei Arzneimitteln zu verhindern. "Die Pandemie hat den Souveränitätsverlust der EU bei Medikamenten aufgezeigt. Medikamentenengpässe sind in Zeiten der Krise schlichtweg inakzeptabel", sagt der EU-Parlement-Abgeordnete aus Kilb. Er betont, dass die Engpässe unter anderem Arzneimittel zur Krebsbehandlung oder Antibiotika betroffen.

Die Europäische Union müsse gezielt in die Medikamentenforschung investieren und die Produktion in Europa stärken, meint der Niederösterreicher. Als Gründe für Engpässe gelten Einschränkungen bei Produktion und Export durch Corona, aber auch die Konzentration der Wirkstoffproduktion in Asien: „Es ist alarmierend, dass 40 Prozent der in der EU verkauften Medikamente aus China und Indien kommen und 80 Prozent der pharmazeutischen Wirkstoffe aus Asien bezogen werden.“