Erstellt am 10. Januar 2017, 02:37

von Walter Fahrnberger

NÖ kämpft für saubere Energie. Umweltlandesrat Pernkopf fordert rasche Ökostrom-Novelle vom Bund und Aus für Ölkessel.

In Niederösterreich will man auch in Zukunft verstärkt auf saubere Energie wie Wind- oder Wasserkraft bzw. Photovoltaik setzen. 2016 wurden 150 neue Windräder und 5.400 neue Photovoltaik-Anlagen errichtet.  |  www.bilderbox.com

Niederösterreich ist Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energie und will das auch bleiben. Das hat VP-Umweltlandesrat Stephan Pernkopf bei seiner Bilanzpressekonferenz unterstrichen. Er fordert vom Bund vehement eine Novelle des Ökostromgesetzes.

Konkret geht es um gesicherte Einspeisetarife für neue und Rechtssicherheit für bestehende Ökostromanlagen: „Es ist unverantwortlich, dass es hier einen Rückstau gibt. Alleine in Niederösterreich hängen in den nächsten Jahren 217 Projekte in der Luft.“ Diese würden den Strombedarf von zusätzlich 400.000 Haushalten sichern.

Schon jetzt deckt das Land seinen Bedarf mit 104 Prozent an erneuerbarer Energie ab und unterstützt dabei auch Nachbarbundesländer. Europaweit liegt der Schnitt aber nur bei 25 Prozent. Diese Lücke wird laut Pernkopf in vielen Ländern mit Atomstrom oder durch kalorische Kraftwerke geschlossen.

„Keine Ölheizungen mehr in neuen Gebäuden“, fordert Landesrat Pernkopf.   |  NLK/ Filzwieser

„Der verstärkte Einsatz von Energie aus Photovoltaik-, Wind- und Wasserkraftanlagen ist die einzige Möglichkeit den Atomstrom zurückzudrängen“, so Pernkopf, der auch beim geplanten Verbot von Ölkesseln in Neubauten ab 2019 weiterhin hart bleiben will. Dafür soll im Frühjahr die Bauordnung geändert werden. Viele Bürger hätten ihn darauf angesprochen und ermutigt, dass er sich nicht vor der Öl-Lobby fürchten solle.

Einen Appell richtet aber auch der Landesrat an alle Bürger: „Wenn die Österreicher nur zehn Prozent mehr auf heimische Lebensmittel zurückgreifen würden, würde das 21.000 neue Arbeitsplätze bedeuten.“

Viele Arbeitsplätze haben auch die Hochwasserschutzbauten in Niederösterreich gesichert. Heuer wird im Land das 500. Projekt seit 2002 umgesetzt. Bund, Land und Gemeinden investieren dafür gemeinsam 100 Millionen Euro.