Waldhäusl soll Nebeneinkünfte verschwiegen haben. Der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl soll neben seiner Tätigkeit als Chef des FPÖ-Landtagsklubs Eigentümer der Waldhäusl KG geblieben sein und so einen Nebenjob ausgeübt haben.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 17. Januar 2020 (19:48)
Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ)
APA

Die Kritik an Landesrat und Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) wegen seiner „Waldhäusl Nunmehr GmbH & Co KG“ reißt nicht ab.

Nachdem die NÖN den Landesrat vor Weihnachten aufgrund eines Leserbriefs mit dem Vorwurf konfrontiert hatte, er würde im Gasthaus seiner Frau nicht gemeldete Nebeneinkünfte erzielen, berichten nun „profil“ und „Standard“, dass Waldhäusl auch als Landtagsklubobmann der FPÖ weiter Einkünfte aus seiner Firma bezogen haben, ohne diese zu melden.

Die Folge: Der FPÖ-Politiker soll durch das Verschweigen der Nebeneinkünfte bei der Landesdirektion monatlich 12.200 Euro statt 8.800 Euro brutto – dem Bezug für Klubobleute mit Nebenjob – kassiert haben. Waldhäusl war bis 2018 Landtagsklubobmann. Er könnte, so der Vorwurf von NEOS-Landessprecherin Indra Collini, „zu Unrecht eine halbe Million Euro kassiert haben“, rechnete sie in einer Aussendung vor. Nur der Landesrat selbst könne „die Vorwürfe entkräften, indem er die Steuererklärungen seiner KG offenlegt“, betonte die Chefin der niederösterreichischen Pinken.

Waldhäusl beteuert auf Nachfrage der NÖN, dass mit seiner Firma alles „mindestens 40 Mal geprüft, und stets alle Vorwürfe entkräftet werden konnten“. Als er Klubchef wurde, durfte er nicht mehr Geschäftsführer der Firma sein. Da seine Kinder damals noch nicht volljährig und somit zu jung waren, um die Geschäftsführung zu übernehmen, habe er eine „Firma seines Vertrauens“ damit beauftragt. Die KG habe nie Gewinne an ihn ausgeschüttet, Einkünfte seien stets investiert worden, ohne Gewinnausschüttungen zu tätigen.

„Ich habe nie bestritten, Eigentümer der Firma zu sein. Es ist aber so, dass ich keine Nebeneinkünfte daraus bezogen habe. Man muss einfach lernen, Geschäftsführer und Eigentümer zu unterscheiden“, stellt Waldhäusl klar.

Hilfe in Küche und mit Traktor unentgeltlich

Als seine Kinder volljährig wurden, habe er die Geschäftsführung der „Waldhäusl Nunmehr GmbH & Co KG“ an seine Tochter übertragen.
Das Haus, in dem Waldhäusl Frau das „Gasthaus zum Goldenen Hirschen“ in Waidhofen betreibt, habe die Firma gekauft und gehöre auch der Firma, seine Frau habe es gepachtet und zahle dafür Pacht. „Wenn ich meiner Frau unentgeltlich in der Küche helfe, ist das etwas völlig normales, was viel mehr Menschen tun sollten“, merkt Waldhäusl an.

Seine Landwirtschaft habe er, seit er Klubobmann wurde, an einen Freund verpachtet. „Wenn ich dann dabei gesehen werde, wie ich mit dem Traktor ins Lagerhaus fahre, dann helfe ich nur meinem Freund in meiner Freizeit. So wie anderer verreisen, ist das eben mein Hobby“, betont der Landesrat.
Auch mit seinen selbst hergestellten Produkte wie Speck, Nussschnaps oder Wildbret verdiene er kein Geld: „Ich habe diese Dinge immer verschenkt.“