Ulrike Lunacek: „Die EU ist kein Bankomat“. Ulrike Lunacek diskutierte mit den NÖN-Lesern am Tisch. Die Themen und Kritiken reichten vom Schwangerschaftsabbruch bis hin zur Flüchtlingsproblematik in Europa.

Von Magdalena Binder. Erstellt am 12. September 2017 (02:00)

„Mit der NÖN am Tisch“ ging vergangene Woche in die zweite Runde – Ulrike Lunacek, Spitzenkandidatin der Grünen, stellte sich den Fragen von sieben NÖN-Lesern.

Walter Feninger aus Markersdorf deponierte zu Beginn die Kritik, warum den Grünen der Tierschutz wichtiger sei als der Embryonenschutz. Lunacek äußerte sich eindeutig, dass es sich hierbei um zwei konträre Themen handle und eine Frau auch weiterhin das Recht auf Schwangerschaftsabbruch haben soll. Nach wie vor gebe es zu wenig Spitäler, in denen dies möglich wäre, so die Spitzenkandidatin.

Erich Wallner aus St. Pölten beanstandete, dass Frauen durch ihr niedrigeres Antrittsalter auch weniger Zeit hätten, ihr Pensionskonto zu befüllen.
Lunacek argumentierte damit, dass, solange Frauen weniger verdienen und sich um Haushalt und Kinder kümmern, sie auch früher in Pension gehen können sollen. 2024 werde das Antrittsalter ohnehin auf 65 gehoben, so Lunacek.

Auf die Frage von Gertrude Beyerl aus Gerersdorf, ob wir Wirtschaftsflüchtlinge auch behalten sollen, stellte Lunacek klar, dass wir gemeinsam mit der EU für diese Problematik verantwortlich sind. „Lokale Bauern in Afrika bringen ihre Lebensmittel nicht mehr an, da aus der EU importierte Produkte viel billiger sind“, so die Spitzenkandidatin. Es brauche faire Handelsbeziehungen. Sie sprach sich für die Kontrolle der EU-Außengrenzen aus, allerdings dürfe man nicht den Staaten Geld geben, die weit weg von grundlegenden Menschenrechten handeln, damit diese uns die Flüchtlinge fernhalten. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch die fehlende Solidarität der Mitgliedsstaaten: „Manche Länder betrachten die EU nur als einen besseren Bankomaten.“

Zum aktuellen Sicherheitspaket betonte die Spitzenkandidatin: „Es nutzt nichts, wenn man uns alle überwacht, man muss die Methoden zielgerichteter einsetzen.“