Mikl-Leitner sicherte Hilfe zu und gab Ratschläge. Mit Anliegen und Berufswünschen der NÖN- Leser wurde die Landeshauptfrau konfrontiert.

Von Anna Faltner. Erstellt am 16. Oktober 2018 (02:31)
Marschik
Eine Stunde lang stand Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im NÖ Pressehaus den NÖN-Lesern am Telefon Rede und Antwort.

Die Nachfrage ist enorm bei der NÖN-Telefonsprechstunde mit Johanna Mikl-Leitner. Mehr als 80 NÖN-Leser wollen ihre Anliegen mit der Landeshauptfrau persönlich besprechen. Die Palette reicht von Hausbau über Straßenverkehr und Schule bis hin zu Jobwünschen.

Zehn Anrufer können im NÖN-Büro direkt zur Landeshauptfrau durchgestellt werden. Sie sichert dabei Hilfe zu oder gibt Ratschläge.

Sorge um Trinkwasser

Beim ersten Telefonat ist Schwester Rosa aus der Fachschule für wirtschaftliche und soziale Berufe in St. Pantaleon-Erla (Bezirk Amstetten) am Apparat. Sie klagt über die Wasserqualität in der Schule. „Durch die Abbaustoffe von Spritzmitteln aus den 1990er-Jahren ist das Wasser verunreinigt. Es dauert noch 50 Jahre, bis diese abgebaut sind. Aber das schlägt sich auf die Gesundheit unserer Schüler. Das darf nicht sein“, schildert sie die Situation. Für die Schule gibt es eine Sondergenehmigung – bis April 2019 darf das Wasser verwendet werden. Das ist für Schwester Rosa aber nicht tragbar. „Wir sind immerhin eine ökologische Schule“, fügt sie hinzu. Die Landeshauptfrau verspricht, so bald wie möglich zu helfen.

Chauffeur-Beruf als Männerdomäne

Vor allem die weiblichen Anrufer loben den neuen Stil von Niederösterreichs erster Frau an der Spitze. „Aber einige Bereiche im Landesdienst sind immer noch eine Männerdomäne“, kritisiert eine Landesbedienstete aus dem Scheibbser Bezirk. Konkret geht es um die Berufsgruppe der Chauffeure. „Ich fahre seit 2002 mit Bussen, die bis zu 15 Metern lang sind. Autofahren ist mein Traumberuf. Ich fahr’ sicher so gut oder sogar besser als die Männer bei der Landesregierung“, ist die Anruferin überzeugt. „Na na, unsere Chauffeure sind schon gute Autofahrer. Aber schicken Sie uns Ihren Lebenslauf ins Büro“, zeigt sich Mikl-Leitner gesprächsbereit. Warum hauptsächlich Männer die Autos der Politiker lenken, kann sie erklären: „Eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker ist notwendig.“

Lehrstelle gesucht

Einen Job sucht auch eine Frau aus dem Bezirk Neunkirchen – aber nicht für sich, sondern für ihren 14-jährigen Enkel. „Er hat eine massive Lernschwäche. In der Schule wurde er gefördert, jetzt geht es darum, eine Lehrstelle zu finden. Wir haben Sorge, ob er die Berufsschule schafft“, erzählt sie. Die Landeshauptfrau verweist auf eine Teillehre , „wo man sich auf gewisse Fertigkeiten konzentriert“. Interessieren würde er sich für eine kaufmännische Ausbildung. Mikl-Leitner bittet die Anruferin um die Unterlagen ihres Enkels: „Dann sehen wir, wo seine Stärken und Schwächen liegen.“

Ärger bei Häuslbauern über Fördertopf

Lediglich eine Auskunft zum nächsten Call kann die Landeshauptfrau einer Familie aus der Kremser Gegend anbieten, die gerade ihr Haus plant. „Behördentechnisch hat sich da einiges verzögert. Wir wollen nämlich eine Photovoltaikanlage bauen und haben uns beraten lassen“, erzählt der Anrufer. Da hieß es: so schnell wie möglich um Förderung ansuchen. „Nur war der Fördertopf nach sechs Stunden leer“, ärgert er sich.

Kleines Museum stößt an Grenzen

Um Hilfe bat auch eine 80-jährige Hobbygärtnerin. Sie und ihr Mann betreiben ein kleines Museum mit offener Gartentür. Für ihr Engagement wurden sie sogar mit dem „Goldenen Igel“ belohnt. Ihr Manko: „Das Ganze erfordert viel Arbeit, die wir mit 80 Jahren nicht mehr stemmen können. Und die Firmen, die wir beauftragen müssen, kosten Geld.“ Die Landeshauptfrau informiert sie, dass das Hilfswerk und der Maschinenring Gartenarbeit zu einem verträglichen Preis anbieten: „Das wäre eine Entlastung.“