Christof Chwojka: „Es gibt nur zu wenig Impfstoff“. Christof Chwojka von Notruf NÖ sieht kein Anmelde-Chaos. Ablauf wird vereinfacht.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 16. Februar 2021 (09:04)
Christof Chwojka, Geschäftsführer von Notruf NÖ
Notruf NÖ

NÖN: Es gab großen Unmut bei den über 80-Jährigen und deren Angehörigen, nachdem vergangenen Mittwoch die Impfanmeldungen nach wenigen Minuten vergeben waren. Gibt es keine andere Möglichkeit der Anmeldung als online?

Christof Constantin Chwojka: Wir haben alle Möglichkeiten geprüft, eine gerechtere und rasche Anmeldemöglichkeit besteht leider nur online. 10.800 haben es innerhalb weniger Minuten auch geschafft.

Waren diese Umstände nicht vorhersehbar?

Chwojka: Ja, da das Angebot der gelieferten Impfstoffe derzeit bei weitem die Nachfrage übersteigt.

Hätte man die Gruppe der über 80-Jährigen und die Risikogruppen nicht noch weiter unterteilen sollen?

Chwojka: Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat per Erlass den verbindlichen Covid-19-Impfplan geregelt. Wir maßen uns nicht an, gewisse Bevölkerungsgruppen rein aufgrund des Alters vorzuziehen oder nachzustellen, wenn es im Impfplan anders vorgesehen ist.

Wie schaut die Anmelde-Strategie in Zukunft aus, um solches Chaos zu vermeiden?

Chwojka: Es gab kein Chaos, es gibt nur zu wenig Impfstoff für zu viele Impfwillige. Die Strategie ist egal, es werden derzeit leider immer manche noch keine Impfung bekommen, obwohl in ihrer Gruppe schon geimpft wird.

Was wird sich bei den Anmeldungen am Aschermittwoch ändern?

Chwojka: Texte werden vereinfacht und der Ablauf verständlicher dargestellt, und es stehen mehr als 30.000 Termine zur Verfügung. Weitere folgen, sobald Impfstoff für diese Bevölkerungsgruppe vorhanden ist.

Was halten Sie vom Vorschlag des Patientenanwalts, die Anmeldungen zu verlosen?

Chwojka: Glücksspiel hat im Gesundheitsbereich nichts verloren.

Am Mittwoch sollen weitere 30.000 Anmeldungen möglich sein, ursprünglich waren 10.000 geplant. Woher konnte der zusätzliche Impfstoff besorgt werden?

Chwojka: Es sind die Anmeldungen für die nächsten drei Wochen zusammengefasst, die Lieferzusagen für die nächsten Wochen schauen sehr stabil aus.

Wann soll die Gruppe der über 80-Jährigen durchgeimpft sein?

Chwojka: Die große Menge im März. Es kommen aber laufend welche dazu – es werden ja laufend Personen 80 Jahre ...

Wie viele Hausärzte in NÖ haben sich bereit erklärt, die Impfung durchzuführen?

Chwojka: Über 300. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit können derzeit nicht alle gleichzeitig impfen.

Wann werden die nächsten Anmeldungen freigeschaltet werden, und welche sind das?

Chwojka: Das hängt von der Impfstoffverfügbarkeit ab. Aus heutiger Sicht nächste Woche, gefährdete Gruppen unter 65 Jahre .