Novelle zum Sitzenbleiben bleibt unverändert. Unterrichtsministerin Schmied will trotz des wachsenden Widerstands in der ÖVP an ihrem Plan, im Rahmen einer Modularen Oberstufe das Aufsteigen mit bis zu drei Nicht Genügend zu ermöglichen, festhalten. Die entsprechende Novelle werde unverändert in Begutachtung gehen, kündigte sie am Dienstag an. Sie könne sich aber vorstellen, danach mit dem Koaltionspartner noch einen Feinschliff vorzunehmen.

Erstellt am 21. Juni 2011 (16:28)

Unterrichtsministerin Schmied will trotz des wachsenden Widerstands in der ÖVP an ihrem Plan, im Rahmen einer Modularen Oberstufe das Aufsteigen mit bis zu drei Nicht Genügend zu ermöglichen, festhalten. Die entsprechende Novelle werde unverändert in Begutachtung gehen, kündigte sie am Dienstag an. Sie könne sich aber vorstellen, danach mit dem Koaltionspartner noch einen Feinschliff vorzunehmen.

56 Prozent der rund 29.200 Sitzenbleiber (Statistik Austria 2009/10) in AHS-Oberstufe oder berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) könnten sich durch das vergangene Woche präsentierte Modell, wonach man erst ab vier Nicht Genügend die Klasse wiederholen muss, eine "Ehrenrunde" ersparen. Der Stoff wird dabei in jedem Fach in mehrere Module pro Semester unterteilt, anstelle des Jahrsstoffes müssen nur diese wiederholt werden. Das Projekt sei so gut, dass es sich durchsetzen werde, so Schmied.

Kanzler Faymann betonte, man werde es sachlich besprechen, wenn der Koalitionspartner etwas Neues einbringe. Auch Vizekanzler Spindelegger gab sich optimistisch: "Wir werden uns schon einigen." Es gebe nur in der Frage der Klassenwiederholungen Dissens.

Die ÖVP bekam daher von Opposition und SP-Vorfeldorganisationen wenig Charmantes zu hören. Die FPÖ mutmaßte etwa, dass die ÖVP ob des freien Falls in der Wählergunst "Chaostage" ausgerufen habe. Die Sozialistische Jugend (SJÖ) wirft der ÖVP hingegen Wortbruch vor. Aus Sicht der Grünen ist "Spindeleggers Chaostruppe"überhaupt "reif zum Wegtreten". Das BZÖ sieht sich darin bestätigt, "dass notwendige Reformen in Österreich erst möglich sind, wenn die ÖVP nicht mehr in der Regierung vertreten ist".