Pröll sieht Bundesregierung in der Pflicht. Niederösterreichs früherer Landeshauptmann Erwin Pröll sieht in der NS-Liederbuch-Affäre der Burschenschaft von FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer die Bundesregierung in der Pflicht. Es sei "eine gemeinsame Aufgabe in der Bundesregierung", sich von Schatten der Vergangenheit zu befreien, sagte Pröll im Interview mit SchauTV ("Kurier").

Von Redaktion, APA. Erstellt am 30. Januar 2018 (09:43)
VP
Erwin Pröll

"Da kann sich der Bundeskanzler genauso wenig wie der Vizekanzler aus der Verantwortung stehlen", meinte Pröll. Er sieht in der jetzigen Phase ein "Mondfenster, wo es gelingen kann, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen und ohne Ballast in die Zukunft zu gehen - wenn hier klare Schritte gesetzt werden". Das hänge unmittelbar mit der Personalentscheidung in Niederösterreich zusammen. Die FPÖ will in den nächsten Tagen entscheiden, wer den ihr zustehenden Sitz in der Landesregierung übernimmt.

Die Aussage von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), mit Landbauer, der seine Mitgliedschaft in der Burschenschaft Germania inzwischen zurückgelegt hat, in einer Landesregierung nicht zusammenzuarbeiten, begrüßt ihr Vorgänger Pröll. Er erklärte zudem laut "Kurier", von der Ankündigung Heinz-Christian Straches, ewig gestriges Gedankengut aus dem Umfeld seiner Partei entfernen zu wollen, "angetan" zu sein. In seiner Rede beim Akademikerball habe der FPÖ-Chef und Vizekanzler "deutlich signalisiert", diese "Belastung" abwerfen zu wollen, sagte Pröll, der nun Taten erwartet.