Vorarlberg-Wahl: NÖ bleibt die absolute Ausnahme. Markus Wallner ist es in seiner zweiten Wahl nicht gelungen, sich die 2014 verlorene absolute Mehrheit zurückzuholen. Die ÖVP legte zwar auf fast 44 Prozent und 17 Mandate zu. Das ist bei insgesamt 36 Landtagsmandaten aber zu wenig, um allein regieren zu können. Damit bleibt die einzige Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auch hinsichtlich ihrer Mandats-Absoluten die große Ausnahme.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 13. Oktober 2019 (17:24)
NLK/Pfeiffer
Johanna Mikl-Leitner

Mikl-Leitner büßte bei ihrer ersten Wahl als Nachfolgerin von Langzeit-Landeshauptmann Erwin Pröll zwar ein wenig Stimmenanteil ein, aber die Volkspartei behielt 29 der dort 56 Landtagsmandate. Dennoch hat niederösterreichische Landeshauptfrau Arbeitsübereinkommen mit SPÖ und FPÖ geschlossen.

Wallner - der damals Herbert Sausgruber nachgefolgt war - büßte schon 2014 die Absolute ein, die ÖVP verlor 9,0 Punkte auf 41,8 Prozent. Das reichte nur noch für 16 statt zuvor 20 Mandate. Heuer erholte sich die ÖVP zwar, aber zur Absoluten fehlen Wallner immer noch zwei Mandate.

Dabei war Vorarlberg das Land, in dem die ÖVP die längste Zeit mehr als die Hälfte der Landtagsabgeordneten stellte. Ergebnisse von weit über 50 Prozent waren mit Ausnahme von 1969 Normalität - bis 1984, als die Grünen in den Landtag einzogen.

1994 reichte es erstmals nicht mehr für die absolute Stimmenmehrheit (49,95 Prozent), 1999 - mit 45,76 Prozent - ging auch die Mandatsmehrheit zum ersten Mal verloren. 2004 und 2009 gab es ein Comeback der schwarzen Absoluten, ehe 2014 der Absturz erfolgte.

In Niederösterreich holte sich die ÖVP in elf der 16 Landtagswahlen seit 1945 mehr als die Hälfte der Stimmen - und in drei Fällen (inklusive 2018) hielt sie trotz 40er-Resultaten die absolute Mehrheit der 56 Landtagsmandate. Die NÖ VP war bzw. ist also 14 von 16 Perioden mit einer absoluten Mehrheit im Landtag ausgestattet.

Koalitionspartner der ÖVP war in Niederösterreich immer die SPÖ, während die Volkspartei in Vorarlberg erst die FPÖ und seit 2014 die Grünen auswählte. Die SPÖ ist in Vorarlberg auch schwach wie nirgends sonst.

Absolute Mehrheiten in den Bundesländern seit 1945: Burgenland: 6 von 16 Perioden (2 V, 4 S) ÖVP 1945-1953 SPÖ 1968-1987 (1972-1977 nur Proz.), 2005-2010 Kärnten: 4 von 16 Perioden, nur SPÖ SPÖ 1970-1989 Niederösterreich: 13 von 15 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1993 (1979-1983 und 1988-1993 nur Mandate), 2003-2018, ab 2018 nur Mandate Oberösterreich: 5 von 12 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1955-1967 (nur Mandate), 1979-1991 Salzburg: 2 von 15 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1984-1989 Steiermark: 6 von 16 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1949, 1965-1970 (nur Mandate), 1974-1991 Tirol: 13 von 16 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1999 (1989-1999 nur Mandate), 2003-2008 (nur Mandate) Vorarlberg: 13 von 16 Perioden, nur ÖVP ÖVP 1945-1999 (1994-1999 nur Mandate), 2004-2014 Wien: 13 von 15 Perioden, nur SPÖ SPÖ 1945-1996 (1949-1954, 1991-1996 nur Mandate), 2001-2010