"Inakzeptabler Zustand" bei PCR-Tests an Schulen

Eine nicht nachvollziehbar niedrige Zahl an Positivfällen, zu späte Übermittlung der Ergebnisse, gar nicht erst erfolgte Abholung der Proben: An Schulen kam es diese Woche zu Problemen bei PCR-Tests. In Niederösterreich werden nun täglich Antigentests durchgeführt, informiert Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Aktualisiert am 13. Januar 2022 | 20:14
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Lehrkräfte Schule Symbolbild
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Foto: shutterstock.com / Oksana Kuzmina

Klagen über nicht abgeholte PCR-Tests kamen zuletzt aus einigen Schulen in Niederösterreich. Mit den Schwierigkeiten ist das Bundesland nicht alleine. Nach einem Wechsel des Anbieters der PCR-Tests an Bildungsstätten kam es nach den Weihnachtsferien bundesweit zu massiven Problemen. Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) spricht von einem "inakzeptablen Zustand". 

Die ARGE für molekulare Diagnostik, die nach einer Neuausschreibung in allen Bundesländern außer Wien für die Tests zuständig ist, räumte gegenüber der APA technische Schwierigkeiten bei der Auswertung der Ergebnisse ein. Das Bildungsministerium prüft nun rechtliche Schritte. Begründet wird das in einem APA-Bericht folgendermaßen: Die Leistungsanforderungen vonseiten der Bietergemeinschaft seien in der ersten Woche der Schultests nicht erfüllt worden. Dem Ministerium sei "eine nicht nachvollziehbar niedrige Zahl von positiven Fällen" gemeldet, den Schulen seien Daten "zu spät, fehlerhaft und unvollständig" übermittelt worden.

An den Schulen in Niederösterreich könne man sich momentan gut retten, meint Teschl-Hofmeister. Antigentests seien in ausreichendem Maß vorhanden. Es gelte die Weisung, täglich einen Antigentest zu machen, bis die Abwicklung der PCR-Tests wieder funktioniere. "Wann das der Fall sein wird, ist unklar", sagt die Landesrätin. Es müsse aber so schnell wie möglich gehandelt werden. 

Neuausschreibung nach Einsprüchen gegen Vergabe

Bis vor den Weihnachtsferien waren in Niederösterreich die Covid Fighters für die Abwicklung der Schultests zuständig. Gegen die Vergabe des Auftrags für die Schul-PCR-Tests war zweimal von Lifebrain Einspruch erhoben worden.  Der Auftrag wurde daher von der Bundesbeschaffungsagentur neu ausgeschrieben.

Kritik kommt auch von der SPÖ

Die Landes-SPÖ zeigt sich ebenfalls verärgert über die Pannen bei den PCR-Tests an Schulen nach den Weihnachtsferien. „Eltern, Schüler und Lehrer sind auf ein funktionierendes Testen für den reibungslosen Schulbetrieb angewiesen. Der Alltag ist Herausforderung genug“, sagt Landtagsabgeordnete Kathrin Schindele. Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar meint, dass die Bundesregierung mit ihrem „Missmanagement“ eine „unkontrollierte Durchseuchung“ an Schulen riskiere.