Pernkopf: Arbeitsgespräche in Baden-Württemberg

Erstellt am 27. Jänner 2019 | 16:15
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (2.v.r.) wurde von Stephan Pernkopf zum NÖ-Energiebotschafter ernannt. Das nahmen auch Staatsministerin Theresa Schopper und Umweltstaatssekretär Andre Baumann erfreut zur Kenntnis.
Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg
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Niederösterreich holt sich Ideen in Partnerregion Baden-Württemberg und vertieft die Zusammenarbeit.

Wenn jemand eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Das trifft auch auf eine Delegation rund um Landeshauptfrau Stellvertreter Stephan Pernkopf zu. Die Reise führte sie in die Partnerregion Niederösterreichs, nach Baden-Württemberg.

Bei den Arbeitsgesprächen wurden die Bande noch enger geknüpft und den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag, nahm die Delegation ebenfalls mit nach Hause nach Niederösterreich.

„Das war ein sehr intensiver Tag mit hochinteressanten Gesprächen. Man merkt, dass starke Regionen Europa prägen und nicht irgendwelche Streitigkeiten zwischen einzelnen Nationalstaaten“, resümierte Pernkopf.

„Climate Star“ erhalten

Den Zusammenhalt unterstrich er, indem er Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Energiebotschafter Niederösterreichs ernannte. Damit steht er nun in einer Reihe mit Arnold Schwarzenegger.

Der dritte Energiebotschafter Niederösterreichs kommt ebenfalls aus Baden-Württemberg. Boris Palmer ist Oberbürgermeister in Tübingen und erhielt seinerseits bei der Verleihung im Herbst in Grafenegg den „Climate Star“. Warum, das führte er der NÖ-Delegation eindrucksvoll vor Augen. Mit der Initiative „Tübingen macht blau“, gelang es, den Stromverbrauch der Stadt massiv zu senken, und das, obwohl Tübingen in den letzten Jahren um elf Prozent mehr Bürger hat.

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Stephan Pernkopf durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Tübingen eintragen, dabei bewunderte der Oberbürgermeister Boris Palmer die Handschrift des Landeshauptfrau-Stellverteters.
Foto: Gruber-Dorninger

Durch gezielte Maßnahmen und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung wurden auch die CO -Emissionen reduziert. „Unser Ziel ist es bis 2022 um 25 Prozent weniger CO zu produzieren als noch 2014“, stellt Palmer sein ambitioniertes Vorhaben vor.

Ein Beispiel wollte sich die Delegation dann anschließend an Orthopäden Burkhard Lembeck nehmen. Er führte eindrucksvoll aus, dass nicht jede Operation in seinem Fachgebiet unbedingt notwendig ist. „In der Orthopädie kann man oft operieren, muss es aber eigentlich nur ganz selten tun“, sagt er. Wichtiger sei das Gespräch mit dem Patienten. Und genau hier will Niederösterreich lernen. Patientenanwalt Gerald Bachinger dazu:

„Der Patient soll als Partner des Arztes in den Gesundungsprozess mit eingebunden werden.“ Wichtig sei ihm dabei auch, dass die Primärversorgung besser funktionieren soll. Schon bei Erstkontakt mit dem Arzt, soll eine umfangreichere Behandlung möglich sein, ohne weitere Versorgungsstufen, wie etwa Behandlungen im Spital, in Anspruch nehmen zu müssen. „Wir arbeiten an einer Art Belohnungssystem für Patienten, etwa bei Selbstbehalten, wenn sich die Person dazu verpflichtet bei einem Hausarzt über eine gewisse Periode zu bleiben“, so Bachinger.

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Orthopäden Burkhard Lembeck stellte der Delegation aus Niederösterreich rundum Landeshauptfrau Stellvertreter Stephan Pernkopf seine Behandlungs-Philosophie vor.
Foto: Thomas Kienzle

Stephan Pernkopf zeigte sich ebenfalls beeindruckt und nutzte die Gelegenheit bei Krankenkassen und Ärztekammer mehr Innovation und Flexibilität zu fordern. „Das System in Baden-Württemberg ist sehr ermutigend. Hier steht der Patient im Mittelpunkt und nicht irgendwelche Berufsgruppen oder Krankenkassen. Das System ist von innen aus am besten verbesserbar“, ist Pernkopf überzeugt.

"Sprechen mit einer Stimme" 

Ein weiterer Programmpunkt umfasste das Thema „Landwirtschaft“. Mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk wurde das „Sprechen mit einer Stimme“ gefestigt.

„Egal ob das Niederösterreich, Bayern oder Baden-Württemberg ist, der Kommissar muss immer dasselbe zu hören bekommen. Nämlich Familienbetriebe unterstützen und nicht das Budget kürzen, wenn die Anforderungen an die Landwirtschaft größer werden“, fordert Pernkopf.