Straßenbahn soll ab 2025 bis Schwechat fahren

Aktualisiert am 18. März 2022 | 14:24
Lesezeit: 3 Min
Im Wiener Rathaus wurde ein Maßnahmen-Paket für Pendlerinnen und Pendler von Niederösterreich nach Wien – und umgekehrt – präsentiert.
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Die Maßnahmen für Pendlerinnen und Pendler zwischen Wien und Niederösterreich präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (beide ÖVP) mit ihren Wiener Kollegen Bürgermeister Michael Ludwig und Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) heute im Wiener Rathaus.

Wichtigstes Vorhaben ist die Verlängerung der Straßenbahn von der Bundeshauptstadt nach Schwechat. Das soll bis 2025 passieren. Damit soll die erste Straßenbahn über Bundesländergrenzen hinweg realisiert werden.

Direktverbindung zwischen Schwechat und Simmering

Die neue Straßenbahnlinie 72 soll künftig im Viertelstundentakt von Simmering bis nach Schwechat geführt werden. Pendlerinnen und Pendler haben so in Wien Anschlussmöglichkeiten an die U3 und die S-Bahn.

Die geplante Strecke ist insgesamt 6,4 Kilometer lang, 2,75 davon müssen neu gebaut werden, 1,75 in Niederösterreich. Endstation ist der Europaplatz in Schwechat. Angedacht ist auch eine Verlängerung bis nach Rannersdorf.

Alles zum Streckenverlauf findet ihr hier:

Die neue "Bim" soll pro Tag und Richtung rund 4.500 Fahrgäste transportieren. Im Jahr könne man damit 3.300 Tonnen CO2 einsparen, berichtet Mikl-Leitner.

Bei der Finanzierung des Projekts brauche man Unterstützung vom Bund. Hier warte man noch auf eine entsprechende Zusage. "Ich glaube alle Grundvoraussetzungen für eine solche Finanzierung sind da. Je schneller sie Zusage kommt, desto schneller können wir dann mit dem Bau beginnen", meinte Sima.

Hauptlinien der S-Bahn sollen bis 2030 U-Bahn-Takt erreichen

Auch die S-Bahnlinien in Wien und Niederösterreich sollen ausgebaut werden. Bei den Hauptachsen sollen die Fahrtzeiten verdichtet werden. "Wir wollen hier bis 2030 einen U-Bahn-Takt erreichen", sagte Mikl-Leitner.

Ausgebaut werden sollen auch der Marchegger Ostbahnstrang und die Südbahn. Bei der Stammstrecke der Wiener S-Bahn (Floridsdorf - Meidling) wird eine Taktverdichtung Richtung 2,5 Minuten angedacht. Hierzu befinden sich Stadt Wien und Land Niederösterreich noch in Gesprächen mit der ÖBB, berichtet der Wiener Bürgermeister.

3.000 neue PKW-Stellplätze bis 2024 in Wiener Umland

Außerdem sollen in Park&Ride-Anlagen bis 2024 3.000 neue Parkplätze geschaffen werden. Der Fokus liegt hier auf dem Raum rund um Wien, der durch die Einführung des flächendeckenden Parkpickerls in Wien nun noch mehr Stellplätze benötigt. Insgesamt werden hierfür nach Angaben der Landeshauptfrau bis Ende 2023 29 Millionen Euro investiert. Die Stadt Wien wird sich dabei mit rund drei Millionen Euro beteiligen, "auch als ein sichtbares Zeichen der guten Zusammenarbeit", meinte Bürgermeister Ludwig.

Landesrat Schleritzko zog eine erste Zwischenbilanz zu den Auswirkungen der flächendeckenden Wiener Parkraumbewirtschaftung auf Niederösterreich: "Wir erkennen durch das Wiener Parkpickerl einen fünf- bis zehnprozentigen Anstieg der Fahrgastzahlen, daher werden wir das Angebot weiterhin ausbauen".